Starke Nachfrage, schwache Kurse — bei Xiaomi klaffen Realität und Stimmung auseinander. Der chinesische Technologiekonzern liefert Rekordwerte im IoT-Segment, kämpft aber gleichzeitig mit einem wachsenden Rückstand beim Elektroauto-Ziel und einem Aktienkurs nahe am 52-Wochen-Tief.
EV-Sparte: Das Jahresziel rückt in weite Ferne
Xiaomi will 2026 insgesamt 550.000 Elektrofahrzeuge ausliefern. Nach fünf Monaten stehen rund 140.000 bis 150.000 Einheiten in den Büchern. Rechnerisch fehlt damit mehr als die Hälfte — und die zweite Jahreshälfte müsste das Tempo erheblich steigern, um das Ziel noch zu retten.
Die Monatszahlen zeigen ein volatiles Bild. Der YU7 verkaufte sich im Januar noch 37.869 Mal. Im April waren es nur noch 9.876 Einheiten. Immerhin: Der Gesamtabsatz im April erreichte 36.702 Fahrzeuge — ein Plus von 71,2 Prozent gegenüber März. Im Mai überschritt Xiaomi erneut die Marke von 30.000 Auslieferungen.
Verlust pro Auto, schrumpfende Umsätze
Jedes ausgelieferte Fahrzeug kostet Xiaomi derzeit rund 5.600 US-Dollar Verlust. Das belastet das Gesamtergebnis spürbar. Der Umsatz sank im ersten Quartal 2026 auf 99,1 Milliarden Yuan — ein Minus von fast elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Nettogewinn fiel auf 6,1 Milliarden Yuan.
Als Reaktion hat das Management ein Aktienrückkaufprogramm aufgelegt. Es erlaubt den Erwerb von Class-B-Aktien im Volumen von bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar über zwölf Monate. Ob das den Kurs stabilisiert, bleibt offen — bislang hat der Markt wenig darauf reagiert.
Smartphones: Indien und die nächste Flaggschiff-Generation
Parallel zum EV-Aufbau intensiviert Xiaomi seine Smartphone-Präsenz in Wachstumsmärkten. Im Juni stehen drei bestätigte Indien-Launches an: das Xiaomi 17T, der Redmi Turbo 5 und der Redmi 17 5G. Der Redmi Turbo 5 erscheint am 16. Juni — ausgestattet mit einem Dimensity 8500 Ultra Chipsatz und einem 7.560-mAh-Akku mit 100-Watt-Schnellladung.
Für September plant Xiaomi den China-Launch der 18er-Serie mit Snapdragon 8 Elite Gen 6. Das Gerät soll auf TSMCs neuem 2-Nanometer-Prozessknoten gefertigt werden. Die Ultra-Variante pausiert wegen steigender Komponentenkosten vorübergehend. Standard-Modell und Pro-Version bleiben laut Berichten auf Kurs.
Aktie nahe am Jahrestief
Der Kurs schloss am Freitag bei 2,89 Euro — nur 2,64 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 2,82 Euro. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 35,5 Prozent verloren, auf Zwölfmonatssicht sogar mehr als 50 Prozent. Der RSI liegt bei 32,6 und signalisiert überverkauftes Terrain. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.
Das Liefertempo der EV-Sparte bleibt der entscheidende Datenpunkt für die kommenden Wochen. Im Juli und August muss Xiaomi Auto deutlich über 30.000 Einheiten monatlich liefern — sonst wird das Jahresziel von 550.000 Fahrzeugen endgültig zur Makulatur.
Xiaomi-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Xiaomi-Analyse vom 14. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Xiaomi-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Xiaomi-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Xiaomi: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


