Starke Margen im Werbegeschäft, sinkende Smartphone-Auslieferungen und ein verlustbringendes Elektroauto-Segment — Xiaomis erstes Quartal 2026 zeigt, wie weit das Unternehmen von einer ausgewogenen Ertragsstruktur noch entfernt ist.
Internetdienste wachsen, dominieren aber nicht
Der margenstarke Bereich wächst. Die Umsätze mit Internetdiensten stiegen auf 9,5 Milliarden Yuan, ein Plus von 4,3 Prozent. Die Bruttomarge lag bei 76,1 Prozent — ein deutlicher Kontrast zu den Hardware-Segmenten. Werbung trieb das Wachstum: Die Werbeerlöse kletterten um 7,8 Prozent auf 7,1 Milliarden Yuan.
Die Nutzerbasis wächst ebenfalls. Xiaomi meldete weltweit 746,2 Millionen monatlich aktive Nutzer — 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr. In Festlandchina erreichten die aktiven Nutzer mit 195,8 Millionen einen Rekordwert.
Das Problem: Das Service-Geschäft stellt nur 9,6 Prozent des Konzernumsatzes. Das Smartphone- und AIoT-Segment liefert 80 Prozent der Erlöse — und steht unter Druck.
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Hardware leidet unter Kosten und Wettbewerb
Der Konzernumsatz sank auf 99,1 Milliarden Yuan, nach 111,3 Milliarden Yuan im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Nettogewinn lag bei 6,1 Milliarden Yuan.
Xiaomi lieferte im Quartal 33,8 Millionen Smartphones aus. Der durchschnittliche Verkaufspreis stieg auf 1.310,1 Yuan — konnte den Volumenrückgang aber nicht ausgleichen. Die Smartphone-Bruttomarge fiel auf 10,1 Prozent. Höhere Speicherpreise und intensiver Wettbewerb in Festlandchina belasteten das Ergebnis. Xiaomi sieht teure Speicherchips als neue Normalität, erwartet aber ab dem dritten Quartal eine Abschwächung des Kostendrucks.
Elektroautos: Wachstum kostet Geld
Das EV-Segment wuchs auf 19,0 Milliarden Yuan Umsatz. Die Auslieferungen lagen bei 80.856 Fahrzeugen — 6,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings: Im vierten Quartal 2025 hatte Xiaomi noch 145.115 Fahrzeuge ausgeliefert. Der Rückgang zeigt die Schwankungen einer Sparte im Aufbau.
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Der operative Verlust im EV-Segment betrug 3,1 Milliarden Yuan. Die Bruttomarge lag bei 20,1 Prozent. Subventionen und höhere Komponentenpreise drückten auf das Ergebnis.
Aktie nahe am Jahrestief
An der Börse kommt das Quartal schlecht an. Die Aktie verlor am Mittwoch rund 2,5 Prozent auf 29,02 Hongkong-Dollar. Im deutschen Handel notiert das Papier bei 3,29 Euro — rund 27 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau und gut 51 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 6,69 Euro. Das Jahrestief vom April liegt bei 3,17 Euro, der aktuelle Kurs ist davon kaum entfernt.
Das Service-Wachstum ist real, aber zu klein, um die Belastungen aus Hardware-Kosten und EV-Investitionen zu kompensieren. Ob Xiaomi dieses Ungleichgewicht in den kommenden Quartalen dreht, entscheidet sich an zwei Stellschrauben: der Entwicklung der Speicherpreise ab Q3 und dem Tempo, mit dem das EV-Segment in die Gewinnzone findet.
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