Die Autoproduktion von Xiaomi läuft auf Hochtouren. Dreimal in Folge knackte der Konzern die Marke von 30.000 ausgelieferten Fahrzeugen pro Monat. Ein beachtlicher Wert für den Smartphone-Giganten. Soweit, so gut. Die Realität hinter diesen Zahlen offenbart eine massive Lücke zum eigenen Jahresziel.
An der Börse sorgten die jüngsten Produktionszahlen kurzfristig für Erleichterung. Am Freitag legte das Papier um 3,31 Prozent auf 2,65 Euro zu. Langfristig bleibt das Bild trüb. Seit Jahresbeginn verlor der Wert fast 41 Prozent.
Enorme Lücke beim Jahresziel
Im Juni schaffte Xiaomi EV schätzungsweise 35.000 Auslieferungen. Rechnet man die Vormonate hinzu, lieferte der Konzern im ersten Halbjahr insgesamt rund 185.000 Fahrzeuge aus.
Das Management hat für das laufende Jahr allerdings 550.000 Einheiten versprochen. Es fehlen also noch rund 365.000 Autos. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es im zweiten Halbjahr im Schnitt 60.000 Auslieferungen pro Monat. Ein solches Tempo liegt weit über der aktuellen Kapazität.
Neues SUV-Modell in den Startlöchern
Mit der bisherigen Palette aus zwei reinen Elektromodellen lässt sich diese Lücke kaum schließen. Daher erweitert Xiaomi sein Angebot rasch. Ein neues Modell mit dem internen Namen Skynomad N90 hat die Teststrecken bereits durchlaufen.
Das über 5,3 Meter lange Familien-SUV setzt auf einen Range-Extender-Antrieb. Ein Verbrennungsmotor lädt die Batterie während der Fahrt auf. Das soll Käufern die Angst vor zu geringer Reichweite nehmen. Xiaomi plant den Marktstart für die zweite Jahreshälfte.
Mit einem angepeilten Preis von rund 300.000 Renminbi greift Xiaomi im Premium-Segment an. Intern läuft das erste Fahrzeug der neuen Baureihe auch unter dem Namen Kunlun N3. Der Konzern tritt damit direkt gegen Platzhirsche wie Li Auto an.
Schwieriges Marktumfeld
Die Konkurrenz im Bereich der Range-Extender-Fahrzeuge ist hart umkämpft. Marktführer Li Auto brachte kürzlich sein überarbeitetes Flaggschiff L9 heraus. Selbst der Branchenprimus kämpft dabei mit einer schwachen Nachfrage.
Die Auslieferungen des L9 brachen in den ersten vier Monaten drastisch ein. Sie fielen um 74 Prozent auf lediglich 4.131 Einheiten. Xiaomi vertraut dagegen auf seine Stärke bei der Produktentwicklung. Schon bei den Vorgängermodellen SU7 und YU7 punktete der Konzern mit einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der Quartalsbericht im August liefert die nächsten harten Fakten. Dann meldet das Management, ob die Verluste in der Elektroauto-Sparte tatsächlich sinken. Bis dahin richten Investoren ihren Fokus auf den bevorstehenden Marktstart des Skynomad N90.
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