Die Produktpipeline ist prall gefüllt, die Börse zeigt sich unbeeindruckt. Bei Xiaomi klaffen technologische Ambitionen und die harte Marktrealität derzeit weit auseinander. Während der Konzern neue Rekord-Akkus plant, schicken Anleger das Papier auf Talfahrt.
Am Montag rutschte der Kurs um weitere 3,25 Prozent auf 2,63 Euro ab. Damit markierte der Wert zeitweise ein neues 52-Wochen-Tief bei 2,61 Euro.
Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf über 41 Prozent. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von 23,4 eine massive Überverkauf-Situation.
Hardware-Kosten fressen Margen
Der Hauptgrund für die Skepsis liegt in den explodierenden Hardware-Preisen. Der KI-Boom treibt die Kosten für Speicherchips massiv in die Höhe. Diese Bausteine machen inzwischen mehr als die Hälfte der Materialkosten eines Smartphones aus. Die Folge: Margendruck.
Für Xiaomis aggressive Preisstrategie ist das ein enormes Problem. Erste Konkurrenzmodelle kamen in diesem Jahr bereits deutlich teurer auf den Markt.
Die Belastung zeigte sich deutlich in der letzten Bilanz. Der Gesamtumsatz sank im Jahresvergleich um knapp elf Prozent auf 99,1 Milliarden Renminbi. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie brach drastisch ein.
Flucht nach vorn mit neuen Flaggschiffen
Gegensteuern will das Management mit der neuen Smartphone-Generation. Die Vorstellung der 18er-Serie erwarten Branchenkenner für September. Leaks versprechen eine 200-Megapixel-Kamera und einen speziellen Hardware-Button für KI-Funktionen. Als weiteres Upgrade verbaut der Hersteller riesige Akkus mit bis zu 8.500 Milliamperestunden.
Parallel dazu baut der Konzern sein Geschäft mit Elektroautos aus. Im vierten Quartal rollt der Sky Nomad N90 auf den Markt. Das große SUV nutzt einen Verbrennungsmotor als Reichweitenverlängerer. Zusammen mit der Batterie peilt Xiaomi eine Gesamtreichweite von über 1.500 Kilometern an.
Am 26. August präsentiert Xiaomi die Zahlen für das zweite Quartal. Dann muss das Management beweisen, wie gut es die explodierenden Speicherpreise abfedert. Fällt die operative Marge weiter, droht der Aktie ein nachhaltiger Rutsch unter das aktuelle Jahrestief.
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