Auf der Hauptversammlung am 2. Juni hat Xiaomi alle Beschlüsse durchgebracht — inklusive des Sonderbeschlusses zur Satzung. Für Anleger ist das weniger ein Signal der Stärke als ein formaler Rahmen, der erst durch seine Nutzung Bedeutung gewinnt.
Rückkauf und Ausgabemandat neu aufgestellt
Der Verwaltungsrat darf künftig bis zu 10 Prozent der ausgegebenen Aktien zurückkaufen. Das Ausgabemandat erlaubt die Ausgabe, Zuteilung oder Übertragung von Class-B-Aktien im Umfang von bis zu 20 Prozent der ausgegebenen Aktien — einschließlich Transfers aus Treasury-Beständen. Hinzu kommt eine Erweiterungsklausel: Das Ausgabemandat kann um die Zahl der unter dem Rückkaufmandat erworbenen Aktien aufgestockt werden, begrenzt auf weitere 10 Prozent.
Das Rückkaufprogramm selbst läuft bereits. Xiaomi hatte am 26. Mai ein neues On-Market-Programm mit Start zum 2. Juni angekündigt — also pünktlich zum HV-Datum und nach Ablauf des Vorgängerprogramms. Das neue Programm erlaubt Rückkäufe von Class-B-Aktien im Volumen von bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar über zwölf Monate. Unter dem alten Programm hatte Xiaomi bereits rund 399,6 Millionen Aktien für insgesamt rund 14,6 Milliarden Hongkong-Dollar zurückgekauft.
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Operative Basis bleibt unter Druck
Die Governance-Beschlüsse fallen in eine schwierige operative Phase. Im ersten Quartal 2026 sank der Konzernumsatz auf 99,1 Milliarden Renminbi — nach 111,3 Milliarden im Vorjahresquartal. Der bereinigte Nettogewinn brach um 43,1 Prozent auf 6,1 Milliarden Renminbi ein.
Das Elektroauto-, AI- und Neue-Initiativen-Segment trug mit rund 19,9 Milliarden Renminbi bereits 20 Prozent zum Konzernumsatz bei — bei einer Bruttomarge von 20,1 Prozent. Das Smartphone- und AIoT-Kerngeschäft kam auf 79,3 Milliarden Renminbi. Das EV-Segment wächst, reicht aber noch nicht aus, um den Rückgang im Stammgeschäft zu kompensieren.
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Die Kursentwicklung spiegelt das operative Bild wider: Seit Jahresanfang hat die Aktie rund 28 Prozent verloren, auf Zwölfmonatssicht sogar fast 46 Prozent. Mit einem RSI von knapp 77 ist sie kurzfristig überkauft — trotz des jüngsten Erholungsversuchs von rund 5 Prozent seit dem 52-Wochen-Tief Ende Mai.
Was aus den Mandaten wird
Die Beschlüsse selbst sind Routine. Entscheidend ist, ob und wie Xiaomi das Rückkaufprogramm in den kommenden Monaten nutzt — und ob das Ausgabemandat für Class-B-Aktien aktiviert wird. Ersteres würde den Kurs stützen, Letzteres würde verwässern. Beides liegt nun formal im Ermessen des Verwaltungsrats, bis zur nächsten Hauptversammlung 2027.
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