Starke Kamera, schwache Zahlen — bei Xiaomi klaffen Produktoffensive und Börsenstimmung gerade weit auseinander. Während der Konzern in Wien seine neue 17T-Serie vorstellte, rutschte die Aktie auf ein 52-Wochen-Tief.
Frühester T-Launch der Unternehmensgeschichte
Der globale Start der Xiaomi 17T-Serie am 28. Mai kam rund vier Monate früher als der Vorgänger 15T im September 2025 — das früheste T-Serien-Debüt in der Unternehmensgeschichte. Beide Modelle tragen erstmals ein Leica-entwickeltes 5x-Periskop-Teleobjektiv mit 50 Megapixeln, das bislang dem Pro-Modell vorbehalten war.
Das Basismodell 17T (749 Euro) setzt auf einen Dimensity-8500-Chip und einen 6.500-mAh-Akku. Das 17T Pro (999 Euro) bietet einen Dimensity-9500-Prozessor, 7.000-mAh-Akku mit 100-Watt-Laden und erstmals in der T-Serie 8K-Videoaufnahmen. Neu ist außerdem die „Leica Live Moment“-Funktion, die kurze Clips vor dem Auslöser aufzeichnet, aus denen Standbilder in voller Qualität extrahierbar sind.
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Quartalszahlen belasten die Aktie
Hinter dem Kursrutsch steckt ein schwaches erstes Quartal. Der bereinigte Nettogewinn sank um 43 Prozent auf 6,1 Milliarden Yuan — Analysten hatten mit 6,4 Milliarden Yuan gerechnet. Die Smartphone-Auslieferungen fielen um 19 Prozent auf 33,8 Millionen Geräte, laut Analysehaus Omdia der stärkste Rückgang unter den fünf größten Herstellern weltweit.
Die Aktie schloss am Freitag bei 3,08 Euro — exakt auf dem 52-Wochen-Tief, rund 54 Prozent unter dem Jahreshoch von 6,69 Euro. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus gut 31 Prozent.
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Aktienprämien als Signal für F&E-Ambitionen
Das Management hält dennoch Kurs. Am 27. Mai verteilte Xiaomi rund 52,5 Millionen Aktienprämien an 3.626 Mitarbeiter und Dienstleister — zum Ausgabepreis von null, mit einer Vesting-Periode bis Mai 2030. Gemessen am Schlusskurs des Zuteilungstags entspricht das einem rechnerischen Bruttowert von rund 1,49 Milliarden Hongkong-Dollar.
Die Prämien sollen Schlüsselkräfte in den Bereichen KI, Smartphone, AIoT und Elektroauto binden. Die F&E-Ausgaben stiegen im ersten Quartal um 33 Prozent auf 9,0 Milliarden Renminbi, die Zahl der F&E-Mitarbeiter kletterte auf einen Rekordwert von über 26.000.
Konzernpräsident William Lu Weibing bezeichnete die gestiegenen Speicherkosten als „neue Normalität“, erwartet aber ab dem dritten Quartal eine gewisse Entspannung. Den nächsten Wachstumsimpuls soll Europa liefern: Der Markteintritt im Elektroauto-Segment ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant, beginnend mit Deutschland. Erste Absatzzahlen der 17T-Serie werden in den kommenden Wochen zeigen, ob das Wiener Launch-Momentum die Stimmung drehen kann.
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