Xiaomi baut sein Auto-Geschäft massiv aus. Die Quittung folgt an der Börse. Mit 2,77 Euro notiert das Papier nur knapp über dem 52-Wochen-Tief. Ein aktueller Analystenbericht schürt nun weitere Panik.

Smartphones rutschen in die roten Zahlen

Goldman Sachs erwartet für das zweite Quartal einen drastischen Gewinneinbruch. Der bereinigte Nettogewinn könnte im Jahresvergleich um bis zu 50 Prozent absacken. Das Kernproblem liegt im angestammten Geschäft. Die Smartphone-Sparte verzeichnet laut den Experten voraussichtlich einen operativen Verlust von über vier Milliarden Yuan. Harter Wettbewerb und teure Speicherchips belasten die Margen massiv.

Elektroautos fressen den Gewinn

Parallel dazu verschlingt die neue Elektroauto-Sparte Unsummen. Im ersten Quartal stiegen die Forschungsausgaben um ein Drittel auf neun Milliarden Yuan. Die Fahrzeug-Sparte selbst verbuchte einen operativen Verlust von rund 3,1 Milliarden Yuan.

Xiaomi drängt aggressiv in den Markt. Das Unternehmen plant den Start der Submarke Skynomad. Das SUV-Modell Kunlun N3 soll in der zweiten Jahreshälfte erscheinen. Die Behörden prüfen gerade die Zulassung für Fahrzeuge mit Reichweitenverlängerer.

Ein denkbar schlechtes Timing. Der Absatz solcher Modelle brach in China im Mai um fast 25 Prozent ein. Selbst Platzhirsche wie Li Auto verkaufen weniger Autos. Das ambitionierte Jahresziel von 550.000 Fahrzeugen wackelt.

Hoffen auf die Wende

Der Markt straft diese Unsicherheit gnadenlos ab. Seit Jahresbeginn hat die Aktie gut 38 Prozent an Wert verloren. Der Relative-Stärke-Index liegt bei 27,9. Die Aktie ist damit stark überverkauft.

Trotz der miesen Stimmung hält Goldman Sachs an der Kaufempfehlung fest. Die Analysten verweisen auf das langfristige Potenzial. Xiaomi wandelt sich vom reinen Hardware-Bauer zum integrierten Technologiekonzern.

Am 26. August legt das Unternehmen die offiziellen Quartalszahlen vor. Bestätigt sich der prognostizierte Gewinneinbruch, droht der Aktie ein rascher Rutsch unter das bisherige Jahrestief.