Starke Nachfrage, schwache Kurse. Bei Xiaomi klaffen Realität und Stimmung ohnehin weit auseinander. Die Aktie beendete die letzte Woche zwar mit einem spürbaren Plus. Dieser kleine Lichtblick könnte aber schnell wieder verblassen. Eine drastische Warnung aus der Chipbranche bedroht das Kerngeschäft.
Preisexplosion bei Speicherchips
Die Investmentbank Jefferies schlägt Alarm. Experten erwarten einen massiven Preisanstieg bei DRAM- und NAND-Speichern. Bereits im dritten Quartal 2026 sollen die Kosten um bis zu 50 Prozent in die Höhe schießen. Danach folgt laut Prognose ein weiterer Aufschlag von 40 Prozent.
Eine Entspannung zeichnet sich nicht ab. Neue Fertigungskapazitäten kommen frühestens 2028 auf den Markt. Ein zentraler Treiber für den Engpass sind die großen Cloud-Betreiber. Sie blockieren aktuell etwa die Hälfte der weltweiten Speicherproduktion über langfristige Lieferverträge. Das verknappt das Angebot für Smartphone-Bauer.
Samsung verschärft die Lage zusätzlich. Der südkoreanische Riese drückt im kommenden Quartal Preissteigerungen von bis zu 20 Prozent für mobile DRAM-Chips durch. Besonders der für Smartphones extrem wichtige 8-GB-LPDDR5X-Speicher verteuert sich spürbar.
Smartphone-Margen unter Druck
Für Xiaomi kommt diese Entwicklung zur Unzeit. Bereits im ersten Quartal belasteten teure Bauteile die Profitabilität der Smartphone-Sparte. Parallel dazu verbuchte der neue Bereich für Elektroautos und KI einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan. Setzt sich der Preisschock im zweiten Halbjahr fort, gerät das margenstarke Kerngeschäft massiv unter Druck.
Die Analysten bewerten das Risiko extrem unterschiedlich. Jefferies rät mit einem Kursziel von rund 25 Hongkong-Dollar zum Verkauf. Goldman Sachs sieht die Aktie bei 40 Hongkong-Dollar und empfiehlt den Einstieg. Kurz gesagt: ein extremer Zwiespalt.
Chartbild bleibt düster
Der Blick auf den Kurszettel liefert aktuell wenig Trost. Am Freitag schloss das Papier nach einem Tagesgewinn bei 2,65 Euro. Auf Wochensicht rettete die Aktie damit ein Plus von knapp acht Prozent.
Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust jedoch auf beachtliche 41 Prozent. Der Abstand zur wichtigen 50-Tage-Linie beträgt immer noch 13 Prozent. Ein Indikator wie der RSI deutet mit einem Wert von 40,5 zwar leichte Entspannung an. Von einer echten Trendwende fehlt aber jede Spur.
Im zweiten Halbjahr 2026 schlagen die höheren Speicherpreise voll auf die Lieferketten durch. Xiaomi muss diese gestiegenen Kosten an die Kunden weitergeben. Gelingt das nicht, drohen weitere Marktanteilsverluste im hart umkämpften Smartphone-Segment. Dieser Balanceakt entscheidet neben dem laufenden Aktienrückkaufprogramm maßgeblich über den Kursverlauf.
Xiaomi-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Xiaomi-Analyse vom 5. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Xiaomi-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Xiaomi-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Xiaomi: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

