Starke Pläne für Elektroautos, schwache Kurse an der Börse. Bei Xiaomi klaffen Ambition und Realität weit auseinander.
Der Ausverkauf beschleunigt sich. Am Dienstag fiel das Papier um fast sechs Prozent auf 2,51 Euro. Damit markiert der Wert ein neues 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs fast halbiert. Der Relative-Stärke-Index fällt auf 20 Punkte. Das signalisiert eine massiv überverkaufte Lage.
Angriff im ländlichen Raum
Das Management versucht operativ gegenzusteuern. Im Mai sanken die Auslieferungen um elf Prozent auf knapp 33.000 Einheiten. Nun nimmt Xiaomi an einer staatlichen Förderkampagne für ländliche Regionen teil. Das Kernmodell SU7 steht auf der offiziellen Liste für Subventionen.
Käufer erhalten spezielle Finanzierungen. Wer seinen Verbrenner gegen ein Elektroauto tauscht, profitiert von unbegrenzten Austauschquoten. Das soll den schwächelnden Absatz ankurbeln.
Neue Technologie, neue Konkurrenz
Parallel dazu ändert der Konzern seine Antriebsstrategie. Bisher baute Xiaomi reine Batteriefahrzeuge. Jetzt bestätigen offizielle Behördendaten den Einstieg in die Klasse der Reichweitenverlängerer. Unter der neuen Submarke „Skynomad“ entsteht ein großer Familien-SUV.
Das erste Modell trägt den Codenamen Kunlun N3. Ein kleiner Verbrennungsmotor dient als Generator. Damit soll das Fahrzeug rund 1.500 Kilometer weit fahren. Xiaomi greift mit diesem Schritt die Platzhirsche Li Auto und Huawei direkt an.
Margendruck durch teure Chips
Die Probleme liegen jedoch im Kerngeschäft. Speicherchips kosten aktuell ein Vielfaches des Vorjahresniveaus. Xiaomi verkauft den Großteil seiner Smartphones für unter 200 US-Dollar. Diese Mehrkosten lassen sich kaum an die Kunden weitergeben. Die Folge: schrumpfende Margen.
Analysten reagieren entsprechend. Die Investmentbank Jefferies stuft die Aktie mit „Underperform“ ein. Das Kursziel liegt bei umgerechnet rund drei Euro.
Kurzfristig richtet sich der Blick auf den morgigen 24. Juni. Dann meldet der Speicherhersteller Micron Technology seine Quartalszahlen. Diese Daten liefern einen wichtigen Indikator für die künftigen Kosten asiatischer Hardware-Produzenten. Im zweiten Halbjahr will Xiaomi den eigenen „Xuanjie“-Prozessor auf den Markt bringen. Damit will der Konzern seine Abhängigkeit von externen Lieferanten beenden.
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