Der Wettstreit um die anspruchsvollsten Kunden im Smartphone-Markt spitzt sich diese Woche zu. Huawei stellte am Montag ein neues Falt-Smartphone vor, Xiaomi zog noch am selben Tag mit der Ankündigung eines eigenen Foldable-Rivalen nach.

Reuters ordnet den Schlagabtausch als direkten Konkurrenzimpuls im Premium-Segment ein. Zur Wochenmitte tritt mit Apple und der neuen iPhone-Serie ein dritter Schwergewichts-Konkurrent auf den Plan – der Wettbewerbsdruck im High-End-Bereich erreicht damit einen Höhepunkt.

Xiaomi hatte bereits Ende August über den offiziellen Weibo-Kanal bestätigt, dass das kommende Foldable-Modell 18 Fold im September starten soll. Reuters berichtete, dass das Gerät mit LPDDR6-Arbeitsspeicher des chinesischen Herstellers CXMT ausgestattet wird.

Zusätzlich verwies Xiaomi auf die hauseigene 3-Nanometer-Prozessorentwicklung Xring O3 – ein technologisches Signal, das den Anspruch unterstreicht, im Premium-Segment nicht nur mit Design, sondern auch mit eigener Chip-Kompetenz zu punkten. Bereits am 24. August hatte Xiaomi laut Reuters eine neue Version seines Xring-Prozessors vorgestellt, gefertigt im 3-Nanometer-Verfahren von TSMC.

Zwischenbilanz zeigt Ergebnisdruck

Parallel zum Produktwettlauf rückt die operative Lage des Konzerns in den Fokus. Für das zweite Quartal 2026 wies Xiaomi einen Umsatz von 108,9 Milliarden Renminbi und eine Bruttomarge von 19,8 Prozent aus, der bereinigte Nettogewinn lag bei 6,2 Milliarden Renminbi.

Ein analysierendes Haus senkte im Zuge der Zwischenbilanz die Gewinnschätzungen für die Jahre 2026 bis 2028 – ein Hinweis darauf, dass der intensive Wettbewerb und die hohen Entwicklungsausgaben für Chips und Foldables auf der Profitabilität lasten könnten.

Die Lieferkette selbst ist nicht frei von juristischem Risiko. Reuters berichtete, dass CXMT, Xiaomis Speicherlieferant für das 18 Fold, gegen seine Aufnahme in eine Liste des Pentagon klagt.

Im gleichen Zusammenhang erinnerte die Agentur daran, dass sich Xiaomi bereits 2021 aus einer anderen US-Klage herauslösen ließ. Solche geopolitischen Reibungen bleiben ein Risikofaktor für Zulieferer wie CXMT und damit indirekt auch für Xiaomis Produktpläne.

Expansion auf mehreren Ebenen

Auch abseits des Smartphone-Geschäfts treibt Xiaomi seine internationale Präsenz voran. Auf der IFA in Berlin zeigte das Unternehmen mehr als 380 Produkte unter der Strategie „Human × Car × Home“ und stellte den September-Launch des 18 Fold in den europäischen Kontext.

Einem Bericht zufolge plant Xiaomi zudem, ab 2027 Elektroautos nach Deutschland zu bringen – ein Expansionshinweis, der noch keine verbindliche Zusage darstellt. In China selbst sorgt die eigene Elektrofahrzeug-Fabrik in Peking für Aufsehen: Wegen erhöhter Besucherströme werden Werksbesuche laut Unternehmensangaben nur noch per Online-Lotterie mit nicht übertragbaren Tickets vergeben.

An der Börse spiegelt sich die angespannte Gemengelage aus Wettbewerbsdruck und gesenkten Gewinnschätzungen wider. Die Aktie notiert bei 3,03 Euro und liegt damit rund 54 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 6,54 Euro vom 25. September 2025. Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 30 Prozent zu Buche, was die Skepsis der Anleger angesichts der bevorstehenden Produktschlacht mit Huawei und Apple sowie der eingetrübten Ergebnisaussichten unterstreicht.