Xiaomi kämpft mit sinkenden Gewinnen, während das Unternehmen gleichzeitig seine Expansionspläne vorantreibt. Der Gewinn brach im zweiten Quartal 2026 um 42,6 Prozent ein, wie Medienberichten zufolge bekannt wurde. Grund waren ein Umsatzrückgang und schwächere Margen vor allem im Smartphonegeschäft.

Die Zahlen zeigen ein gespaltenes Bild. Der Umsatz stieg gegenüber dem ersten Quartal um 9,9 Prozent auf 108,9 Milliarden Yuan, verglichen mit dem Vorjahresquartal ergab sich jedoch ein Minus von 6,1 Prozent.

Deutlich besser lief das Geschäft mit Elektrofahrzeugen, Künstlicher Intelligenz und neuen Initiativen: Hier legte der Umsatz um 17,1 Prozent auf 24,9 Milliarden Yuan zu, die Auslieferungen der E-Autos kletterten um 28 Prozent. Diese Sparte bleibt damit der Lichtblick in einem ansonsten schwierigen Quartal.

Autosparte als Hoffnungsträger mit Fragezeichen

Die Wachstumsdynamik bei Xiaomi Auto täuscht nicht darüber hinweg, dass ambitionierte Ziele wackeln. Bereits im Juli hatte der Analyst von Astrada Advisors sein Votum von Kauf auf Halten zurückgestuft und das für 2026 angepeilte Ziel von 550.000 ausgelieferten Fahrzeugen als schwer erreichbar eingestuft — in der ersten Jahreshälfte kamen lediglich 185.000 Einheiten zusammen. Das Kalkül der Aktie hängt damit stark davon ab, ob Xiaomi im zweiten Halbjahr deutlich zulegen kann.

Am Markt bleibt die Stimmung gegenüber der Autosparte trotz aller Unsicherheiten nicht durchweg negativ. Der Bankanalyst von Bernstein setzt trotz gesenkter Kursziele weiterhin auf chinesische Elektroauto-Aktien wie BYD und Xiaomi.

Kursverlauf spiegelt die Unsicherheit

Die Aktie reagierte auf die schwachen Quartalszahlen mit spürbaren Abgaben und büßte am Donnerstag 2,4 Prozent ein, was den seit Monaten anhaltenden Abwärtstrend weiter verstärkt. Seit Jahresbeginn steht für das Papier ein Minus von 30 Prozent zu Buche — ein Ausmaß, das die Skepsis der Anleger gegenüber der aktuellen Geschäftsentwicklung unterstreicht.

Belastend wirken neben dem schwachen Smartphonegeschäft auch gestiegene Kosten für Speicherchips sowie der Abbau staatlicher Subventionen für Elektrofahrzeuge in China. Diese Faktoren drücken parallel auf Margen und Wachstumstempo und erschweren es dem Konzern, seine Produktoffensive in klare Kursgewinne zu übersetzen.

Ausblick bleibt gespalten

Für Xiaomi zeichnet sich damit ein zweigeteiltes Bild ab: Auf der einen Seite steht ein margenschwaches Kerngeschäft mit Smartphones, auf der anderen ein wachstumsstarkes, aber margenintensives Autogeschäft, dessen Jahresziele ambitioniert bleiben. Ob die für das zweite Halbjahr angekündigten Produktinitiativen die Wende bringen, wird sich an den kommenden Auslieferungszahlen der Autosparte zeigen müssen.