Xiaomi greift tief in die Kasse. Am Freitag aktivierte der Konzern ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm. Der Markt reagiert darauf kaum. Im Hintergrund wachsen die Sorgen vor einem massiven Gewinneinbruch.
Kaufprogramm verpufft am Markt
Das neue Programm erlaubt den Rückkauf von Class-B-Aktien. Bis zu vier Milliarden Hongkong-Dollar fließen in diese erste Tranche. Insgesamt hat das Management einen Rahmen von 20 Milliarden Hongkong-Dollar bewilligt.
Die Maßnahme stützt den Kurs bisher kaum. Am Freitag schloss das Papier bei 2,72 Euro. Damit notiert die Aktie nur knapp über ihrem jüngsten Tiefstand. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf rund 39 Prozent.
Ein RSI-Wert von 26,3 signalisiert technisch eine stark überverkaufte Lage.
Analysten erwarten Gewinneinbruch
Ein Grund für die Zurückhaltung der Investoren sind düstere Prognosen. Goldman Sachs rechnet für das laufende Quartal mit einem drastischen Rückschlag. Der bereinigte Nettogewinn soll um die Hälfte auf 5,4 Milliarden Yuan einbrechen. Das Umsatzwachstum stagniert laut den Experten bei mageren einem Prozent.
Ohne das Elektroauto- und KI-Segment würde der Umsatz sogar schrumpfen. Jefferies zieht daraus bereits Konsequenzen. Die Bank stufte die Aktie auf Underperform ab. Das neue Kursziel liegt bei 25,49 Hongkong-Dollar.
Die Ursache für die Misere liegt im Kerngeschäft. Die Einkaufspreise für Smartphone-Speicher haben sich verfünffacht. Bei TV-Speicherchips verzehnfachten sich die Kosten sogar. Konzernchef Lei Jun erwartet diesen Preisdruck für mindestens zwei weitere Jahre.
Elektroautos bremsen das Wachstum
Auch der Hoffnungsträger schwächelt. Bis Mai lieferte Xiaomi rund 150.000 Fahrzeuge aus. Das entspricht einem leichten Plus zum Vorjahr. Das ehrgeizige Jahresziel von 550.000 Einheiten rückt damit in weite Ferne.
Nach einem starken April gingen die Verkäufe im Mai bereits wieder zurück. Parallel dazu bricht der gesamte Markt für EREV-Fahrzeuge ein. Die Großhandelsvolumina fielen im Mai um fast ein Viertel. Das ist der stärkste monatliche Rückgang seit fünf Jahren.
Das Management stemmt sich mit massiven Investitionen gegen den Trend. Im Frühjahr stiegen die Forschungsausgaben auf neun Milliarden Yuan. Inzwischen arbeiten mehr als 26.000 Mitarbeiter in diesem Bereich. Die Folge: eine zusätzlich belastete Bilanz.
Am 26. August präsentiert Xiaomi die Ergebnisse für das zweite Quartal. Dann muss das Management beweisen, dass die Margen im Smartphone-Geschäft nicht völlig kollabieren. Bis dahin bleibt das Aktienrückkaufprogramm der einzige technische Puffer gegen weitere Kursverluste.
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