Xiaomi drängt ins Extended-Range-Segment — und trifft dort auf die härteste Konkurrenz Chinas. Das Unternehmen hat beim chinesischen Industrieministerium (MIIT) die regulatorische Freigabe für eine neue Fahrzeugkategorie beantragt. Bislang baute Xiaomi ausschließlich reine Batteriefahrzeuge.
Neues Modell, neue Marke
Das erste Extended-Range-Modell heißt intern „Kunlun N3″. Es soll unter der Submarke Skynomad auf den Markt kommen — ausgerichtet auf familienorientierte SUV-Käufer, die Xiaomis sportliche SU7- und YU7-Modelle nicht ansprechen.
Der Kunlun N3 ist über 5,3 Meter lang und kommt mit einer Batterie von mehr als 70 kWh. Die rein elektrische Reichweite soll zwischen 400 und 500 Kilometer liegen. Xiaomi hat Sunwoda und CALB als Batterielieferanten gewählt — Sunwoda übernimmt 60 Prozent, CALB 40 Prozent. Der Marktstart ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.
Ein Haken bleibt: Die öffentliche Kommentierungsfrist beim MIIT läuft bis zum 17. Juni. Erst danach wird die Genehmigung rechtskräftig.
Direkter Wettbewerb mit Li Auto und Aito
Das Segment, in das Xiaomi einsteigt, gehört Li Auto und dem Huawei-Partner Aito. Sieben der zehn meistverkauften Extended-Range-SUVs in China stammten 2025 von diesen beiden Marken.
Li Auto hat seinen überarbeiteten L9 im Mai neu aufgelegt — mit einer 72,7-kWh-Batterie und 420 Kilometern rein elektrischer Reichweite ab 459.800 Yuan. Die Auslieferungen brachen in den ersten vier Monaten 2026 jedoch um 74 Prozent ein. Aito hingegen läuft: Der M9 ist seit zwei Jahren das meistverkaufte Luxusauto Chinas über 500.000 Yuan. Das aktualisierte Modell zog noch vor dem Marktstart im Mai 50.000 Vorbestellungen an.
Verluste je Fahrzeug, ambitionierte Ziele
Xiaomis Automobilsparte verliert derzeit rund 5.600 US-Dollar pro ausgeliefertem Fahrzeug. Im ersten Quartal 2026 war das die eigene Angabe des Konzerns.
Im Mai lieferte Xiaomi knapp 32.800 Fahrzeuge aus — 17 Prozent mehr als im Vorjahr, aber rund 11 Prozent weniger als im April. Das Jahresziel liegt bei 550.000 Einheiten. Das wäre ein Plus von etwa 34 Prozent gegenüber den 410.000 Einheiten aus 2025. Die Extended-Range-Modelle sind dabei ein zentraler Baustein.
An der Börse spiegelt sich die Skepsis deutlich wider. Die Aktie notiert bei 2,87 Euro — rund 57 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 6,69 Euro und nur knapp über dem jüngsten 52-Wochen-Tief von 2,82 Euro. Seit Jahresanfang hat das Papier mehr als ein Drittel seines Werts verloren. Der RSI liegt bei 30,2, was technisch als überverkauft gilt.
Ob der Kunlun N3 nach dem 17. Juni zügig die Produktionsgenehmigung erhält und pünktlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 startet, wird für Xiaomis Weg zur Gewinnschwelle im Automobilgeschäft entscheidend sein.
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