Die Verkaufszahlen schwächeln, der Aktienkurs bricht ein. Nun ändert Xiaomi seine Strategie radikal. Der Technologiekonzern baut künftig Hybrid-Autos für Familien.

Bisher setzte das Unternehmen nur auf rein elektrische Limousinen. Das ändert sich jetzt. Xiaomi steigt in den Markt für E-Autos mit Reichweitenverlängerer ein. Ein kleiner Verbrennungsmotor lädt dabei die Batterie während der Fahrt auf. Das nimmt Kunden die Angst vor leeren Akkus. Um das sportliche Image der Hauptmarke zu schützen, gründet Xiaomi die Untermarke Skynomad. Diese zielt direkt auf das Segment der Familien-SUVs ab.

Angriff über den Preis

Das erste Modell trägt den internen Namen Kunlun N3. Der riesige SUV startet voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026. Er bietet eine rein elektrische Reichweite von bis zu 500 Kilometern. Xiaomi greift die Konkurrenz dabei hart über den Preis an. Mit rund 200.000 Yuan unterbietet der Konzern etablierte Rivalen deutlich.

Der Strategiewechsel kommt nicht ohne Grund. Xiaomi will in diesem Jahr 550.000 Fahrzeuge ausliefern. Die Realität sieht anders aus. Von Januar bis Mai wuchsen die Auslieferungen lediglich um 13,5 Prozent. Im Mai schrumpfte der Absatz sogar spürbar im Vergleich zum Vormonat. Die Folge: Xiaomi droht seine ehrgeizigen Wachstumsziele zu verfehlen. Die neuen Familien-SUVs müssen das Ruder nun herumreißen.

Aktie massiv unter Druck

An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage wider. Die Xiaomi-Aktie schloss am vergangenen Freitag bei 2,89 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf über 35 Prozent. Mitte Juni fiel das Papier auf einen neuen Tiefststand von 2,82 Euro. Technische Indikatoren signalisieren aktuell eine stark überverkaufte Situation.

Der Erfolg der neuen Marke entscheidet über Xiaomis Zukunft im Automarkt. Der Konzern muss beweisen, dass er neben Technik-Fans auch Familien überzeugt. Gelingt der geplante Fahrzeugstart nicht fehlerfrei, verliert Xiaomi im harten chinesischen Preiskampf weiter an Boden.