Im zweiten Quartal 2026 fiel der Marktanteil des chinesischen Herstellers laut Omdia auf 11 Prozent – vor einem Jahr lag er noch bei 15 Prozent. Samsung und Apple bauten ihre Position im selben Zeitraum aus, mit 22 beziehungsweise 20 Prozent Marktanteil. Der Marktforscher Counterpoint kommt mit 12 Prozent für Xiaomi zu einer etwas milderen, aber ebenfalls rückläufigen Einschätzung.

Die Aktie bildet die schwierige Lage ab. Am Frankfurter Kurs notiert das Papier aktuell bei 2,89 Euro und verliert damit heute 2,00 Prozent, nach einem Schlusskurs von 2,95 Euro am Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 3,32 Prozent zu Buche, während sich der Kurs binnen 30 Tagen kaum bewegt hat (+0,33 Prozent). Seit Jahresbeginn beträgt das Minus 35,63 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar 54,56 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 6,51 Euro aus dem September 2025 trennen die Aktie mittlerweile 55,60 Prozent, während der Abstand zum jüngsten 52-Wochen-Tief von 2,34 Euro aus dem Juni 2026 bei 23,45 Prozent liegt. Der Titel notiert damit unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts (2,98 Euro) und deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 3,85 Euro, ein Abstand von 24,90 Prozent. Der RSI von 56,4 signalisiert keine extreme Überverkauft-Situation, die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 39,71 Prozent.

Speicherchips als Kostentreiber

Ursache der Marktanteilsverschiebung ist eine Speicherchip-Knappheit, ausgelöst durch die hohe Nachfrage der KI-Industrie. Speicherpreise haben sich laut mehreren Marktbeobachtern gegenüber dem Vorjahr verdreifacht und machen inzwischen mehr als 60 Prozent der Materialkosten bei Budget-Smartphones aus. Genau in diesem Preissegment ist Xiaomi traditionell stark – entsprechend hart trifft es den Konzern. Laut dem chinesischen Branchenportal CNMO hat Xiaomi sein Auslieferungsziel für 2026 von ursprünglich 135 Millionen auf rund 95 Millionen Geräte gesenkt. Auch Oppo und Vivo mussten ihre Ziele nach unten korrigieren. Analysten rechnen frühestens für die zweite Jahreshälfte 2027 mit einer Entspannung der Speicherpreise. Im heimischen chinesischen Markt fiel Xiaomi im zweiten Quartal laut IDC sogar um 21,7 Prozent zurück, während Huawei um 19,4 Prozent zulegte.

Schwaches erstes Quartal, milliardenschwerer Rückkauf

Auch die Zahlen zum ersten Quartal 2026 zeigen Bremsspuren. Der Umsatz sank auf 99,14 Milliarden Yuan, ein Rückgang von 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Nettogewinn brach um 43,1 Prozent auf 6,07 Milliarden Yuan ein. Die Smartphone-Auslieferungen fielen um 19,2 Prozent auf 33,8 Millionen Geräte, wobei der durchschnittliche Verkaufspreis mit 1.310 Yuan einen Rekordwert erreichte – ein Hinweis darauf, dass Xiaomi im Premiumsegment stärker performt als bei Einsteigermodellen. Im chinesischen Markt für Geräte ab 3.000 Yuan hält Xiaomi einen Anteil von 23,5 Prozent.

Deutlich robuster entwickelt sich das Elektroauto- und KI-Geschäft: Die Sparte verzeichnete ein Umsatzplus von 6,9 Prozent auf 19,86 Milliarden Yuan, bei 80.856 ausgelieferten Fahrzeugen. Operativ blieb hier jedoch ein Verlust von 3,1 Milliarden Yuan stehen. Das Modell SU7 führte im ersten Quartal die Verkaufsrangliste für Elektro-Limousinen über 200.000 Yuan an, der YU7 belegte Platz zwei im SUV-Segment und stellte zudem einen Rundenrekord für SUVs auf der Nürburgring-Nordschleife auf. Xiaomi erhöhte die Forschungsausgaben um 33,4 Prozent auf 9 Milliarden Yuan und verfügt über Barreserven von mehr als 220 Milliarden Yuan. Als Reaktion auf den Kursrückgang hat der Konzern ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 200 Milliarden Hongkong-Dollar aufgelegt, das seit Anfang Juni 2026 läuft.

Neue Produkte und Fortschritte in der Robotik

Parallel zur schwierigen Marktlage treibt Xiaomi sein Produktportfolio voran. Am 14. Juli 2026 stellte der Konzern in China die Modelle Redmi Note 17 und Note 17 Pro vor. Das Pro-Modell bietet einen 9.000-mAh-Akku mit Silizium-Kohlenstoff-Technologie, 67-Watt-Schnellladung, ein 6,83-Zoll-AMOLED-Display mit 120 Hertz sowie IP69K-Zertifizierung und startet bei 1.599 Yuan. Xiaomi gewährt fünf Jahre Akku-Garantie mit kostenlosem Austausch bei Kapazitätsverlust. Die Note-Serie hat inzwischen weltweit die Marke von 500 Millionen verkauften Einheiten überschritten.

Auch bei humanoiden Robotern meldet Xiaomi Fortschritte: In einem Automobilwerk erreichte ein Roboter beim Anziehen von Schrauben nach vier Monaten Einsatz eine Erfolgsquote von 98 Prozent, gegenüber 90,2 Prozent zu Beginn und nur knapp unter der menschlichen Fehlerquote von 99 Prozent. Neue Aufgaben wie das Sortieren von Bauteilen erreichen ebenfalls rund 90 Prozent Erfolgsquote. Zudem belegte das quelloffene KI-Modell MiMo-V2.5-Pro von Xiaomi weltweit den Spitzenplatz unter offenen Modellen, während der Konzern für 2026 Investitionen von mindestens 16 Milliarden Yuan in künstliche Intelligenz plant.