Xiaomi stemmt sich mit einem gigantischen Aktienrückkauf gegen den Kurssturz. Der Markt ignoriert das komplett. Die Aktie fällt am Freitag um fast fünf Prozent auf 2,37 Euro. Damit markiert das Papier ein neues Jahrestief.
Leerverkäufer dominieren
Der chinesische Technologiekonzern hat ein marktbasiertes Rückkaufprogramm gestartet. Xiaomi darf eigene Aktien für bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar erwerben. Seit Anfang Juni kaufte das Management bereits 30,1 Millionen Papiere zurück.
Den Verkaufsdruck stoppt das nicht. Leerverkäufer wetten massiv auf weiter fallende Kurse. Sie halten Positionen von rund neun Prozent des Streubesitzes. Die Bilanz der letzten 30 Tage ist verheerend: Ein Minus von über 24 Prozent.
Seit dem Hoch vor exakt einem Jahr verlor das Papier knapp 65 Prozent an Wert. Der RSI-Indikator steht aktuell bei 17,7. Das signalisiert einen stark überverkauften Zustand.
KI-Boom frisst Margen
Der wahre Grund für den Absturz liegt im Halbleitermarkt. Der weltweite KI-Boom bindet enorme Kapazitäten. Zulieferer wie Samsung und Micron produzieren lieber margenstarke KI-Chips. Standard-Speicher für Smartphones und Fernseher wird deshalb knapp.
Die Folge: Die Kosten explodieren. Laut Xiaomi-Präsident Lu Weibing stiegen die Preise für Smartphone-Speicher seit Mitte 2025 auf das Fünffache. Bei TV-Displayspeicher kletterten die Kosten sogar auf das Zehnfache.
Das trifft das Kerngeschäft hart. Die Investmentbank Jefferies rechnet vor: 62 Prozent der Xiaomi-Smartphones kosten weniger als 200 US-Dollar. Bei diesen günstigen Geräten fressen die hohen Bauteilkosten den Gewinn direkt auf.
Elektroautos als Verlustbringer
Parallel dazu verbrennt die neue Autosparte viel Geld. Im ersten Quartal verbuchte der Bereich einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan. Das sind rund 5.600 US-Dollar Minus pro ausgeliefertem Fahrzeug.
Auch die Verkaufszahlen schwächeln. Im Mai lieferte Xiaomi rund 32.700 Fahrzeuge aus. Das ist ein Rückgang von elf Prozent zum Vormonat.
Das Jahresziel wackelt erheblich. Der Konzern will 550.000 Autos verkaufen. Dafür müsste Xiaomi bis Jahresende monatlich rund 57.500 Einheiten ausliefern. Jefferies hält das für unrealistisch und senkte die Prognose auf 495.000 Fahrzeuge.
Analysten streichen Prognosen
Goldman Sachs erwartet für das laufende zweite Quartal einen massiven Einbruch. Der bereinigte Nettogewinn soll sich auf 5,4 Milliarden Yuan halbieren. Die Analysten senkten ihre Schätzungen für den Jahresgewinn um zwölf Prozent.
Trotzdem rät Goldman Sachs weiter zum Kauf. Das Kursziel liegt bei 40 Hongkong-Dollar. Jefferies stuft die Aktie dagegen auf „Underperform“ ab. Die Experten sehen das Ziel bei 25,49 Hongkong-Dollar.
Das Management investiert indes massiv weiter. Rund 40 Milliarden Renminbi fließen dieses Jahr in Forschung und Entwicklung. Das neue Betriebssystem HyperOS startet im Sommer in China. Im September 2026 folgt das neue Flaggschiff-Smartphone.
Eine schnelle Erholung ist unwahrscheinlich. Marktforscher erwarten noch bis Ende 2027 hohe Preise für Speicherchips. Am 26. August präsentiert Xiaomi die Zahlen für das zweite Quartal. Die Messlatte für eine positive Überraschung liegt extrem niedrig.
Xiaomi-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Xiaomi-Analyse vom 26. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Xiaomi-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Xiaomi-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Xiaomi: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


