Fünf Jahre Garantie auf einen Akku. Das gab es bei Redmi noch nie. Xiaomi setzt mit dem Marktstart der neuen Note-17-Serie ein ungewöhnliches Zeichen — ausgerechnet in einer Phase, in der steigende Speicherchip-Preise das margenschwache Smartphone-Geschäft belasten.
Rekord-Akku und Novum bei der Garantie
Redmi bringt an diesem Dienstag zwei neue Modelle nach China: das Note 17 und das Note 17 Pro. Das Pro-Modell trägt einen 9.000-mAh-Akku der Marke Jinshajiang, einen der größten im Mittelklasse-Segment.
Dazu kommt ein branchenweites Novum. Frühkäufer erhalten ein kostenloses fünfjähriges Akku-Serviceprogramm. Sinkt die Kapazität in den ersten vier Jahren unter 80 Prozent, tauscht Redmi den Akku kostenlos aus. Fällt der Wert im fünften Jahr unter diese Marke, gibt es sogar einen größeren 10.000-mAh-Akku als Ersatz.
Auch bei der Robustheit legt Xiaomi nach. Das Pro-Modell trägt gleich vier Wasserschutz-Zertifizierungen gleichzeitig: IP66, IP68, IP69 und IP69K. Das Gorilla-Glass-Victus-2-Display soll Stürze aus drei Metern auf Marmor überstehen.
Auffällig ist auch, was fehlt: die Modellnummer 16. Xiaomi überspringt sie komplett, um die Mittelklasse-Nummerierung an die Flaggschiff-Reihe anzugleichen. Gegenüber dem Note 15 Pro+ wächst die Akkukapazität um 54 Prozent.
Speicherpreise treiben die Kosten
Der Verkaufsstart fällt in eine schwierige Phase für die Bauteilkosten. Xiaomi-Gruppenpräsident Lu Weibing sagt offen: Steigende Speicherpreise erschweren es, funktionsreiche Budget-Smartphones anzubieten. Viele Ausstattungsmerkmale, die früher in günstigen Geräten selbstverständlich waren, verschwinden zunehmend aus dem Markt.
Redmi reagiert mit einer Prioritätsverschiebung. Das Note 17 Pro wechselt auf den MediaTek-Dimensity-7500-Prozessor und bekommt künftig einen 10.000-mAh-Akku. Der Zeitpunkt ist strategisch heikel: Die Note-Reihe ist mit über 500 Millionen verkauften Einheiten in zwölf Jahren die umsatzstärkste Mittelklasse-Serie des Konzerns — im Schnitt mehr als 41 Millionen Geräte pro Jahr.
Aktie erholt sich vom Jahrestief
Die Xiaomi-Aktie notiert aktuell bei 2,95 Euro, ein Minus von 0,44 Prozent im Tagesverlauf. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 14,18 Prozent zu Buche. Das Papier hat sich damit spürbar vom 52-Wochen-Tief bei 2,34 Euro entfernt, erreicht Ende Juni.
Zum 52-Wochen-Hoch von 6,51 Euro aus dem September 2025 fehlen der Aktie weiterhin knapp 55 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von über 34 Prozent zu Buche. Der RSI von 60,2 zeigt einen neutralen bis leicht konstruktiven Trend, eine nachhaltige Wende lässt sich daraus aber nicht ableiten. Die annualisierte Volatilität von knapp 41 Prozent bleibt hoch.
Globaler Start folgt erst später
International müssen sich Kunden gedulden. Die Note-17-Serie startet zunächst nur in China. Redmi benötigt üblicherweise drei bis fünf Monate für den globalen Rollout — beim Note 15 dauerte es bis zum Indien-Start rund fünf Monate.
Für Indien gibt es bereits ein konkretes Datum: Das Standard-Redmi Note 17 soll am 19. Juli in Indien starten. Das Pro-Modell folgt separat zu einem späteren Zeitpunkt. Nach dem bisherigen Muster dürfte das Note 17 westliche Märkte frühestens Ende 2026 erreichen, möglicherweise erst Anfang 2027.
Die Note-17-Offensive zeigt, wie Xiaomi auf steigende Bauteilkosten reagiert: mit mehr Ausstattung statt weniger. Ob das reicht, um die Profitabilität im margenschwachen Smartphone-Geschäft zu stabilisieren, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Speicherchip-Preise ab.
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