Xiaomi rüstet im hart umkämpften Elektroauto-Markt auf und sichert sich dafür Führungskräfte des Konkurrenten Tesla. Flankiert wird diese organisatorische Neuausrichtung vom globalen Start des neuen Betriebssystems HyperOS 3.1. An der Börse verfehlen diese operativen Fortschritte am Donnerstag allerdings ihre Wirkung.
Tesla-Expertise für ambitionierte Ziele
Um das ehrgeizige Ziel von 550.000 ausgelieferten Fahrzeugen im Jahr 2026 zu erreichen, strukturiert der chinesische Technologiekonzern sein Vertriebs- und Produktionsteam um. Mit Kong Yanshuang übernimmt die ehemalige Generaldirektorin von Tesla China die Leitung der wachsenden Automobilvertriebsaktivitäten. Sie löst den bisherigen Spartenleiter Li Xiaorui ab. Auch auf der Produktionsseite holt Xiaomi Expertise an Bord: Song Gang, ehemaliger Vice President of Manufacturing der Tesla Gigafactory in Shanghai, soll künftig den Kapazitätsausbau steuern.
Diese personelle Verstärkung ist angesichts der aktuellen Zahlen notwendig. Im ersten Quartal 2026 lieferte Xiaomi rund 79.000 Fahrzeuge aus. Um die Jahresprognose zu erfüllen, muss der monatliche Ausstoß ab April auf durchschnittlich 52.000 Einheiten klettern. Dafür skaliert das Unternehmen seine Fertigungskapazitäten massiv:
- Werke Peking (Phase I & II): Vollauslastung mit 300.000 bis 330.000 Fahrzeugen pro Jahr
- Werk Peking (Phase III): Produktionsbetrieb nach dem chinesischen Neujahrsfest gestartet
- Werk Wuhan (Phase IV): Geplanter Produktionsstart im Mai mit 150.000 Einheiten Jahreskapazität
Software-Update erreicht Europa
Parallel zur Automobilsparte pflegt Xiaomi sein angestammtes Kerngeschäft. Das auf Android 16 basierende Betriebssystem HyperOS 3.1 erreicht aktuell Europa und wird auf Modelle wie das Xiaomi 17 sowie POCO- und Redmi-Geräte ausgerollt. Ein zentrales Feature ist das aktualisierte HyperConnect, das den geräteübergreifenden Datenaustausch – auch mit dem Apple-Ökosystem – spürbar vereinfacht.
Trotz dieser strategischen Investitionen in Hard- und Software strafen Anleger den Titel derzeit ab. Mit einem Tagesverlust von 4,67 Prozent markierte der Kurs am Donnerstag bei 3,42 Euro exakt ein neues 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich der Abschlag damit auf fast 24 Prozent. Ob die Neuausrichtung eine Trendwende einleitet, hängt maßgeblich von der Umsetzung der kommenden Produktpipeline ab. Für das laufende Jahr stehen vier neue Fahrzeugmodelle auf der Agenda, bevor 2027 der Markteintritt der EV-Sparte in Europa erfolgen soll.
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