Rekordumsatz, Rekordgewinn — und trotzdem notiert die Aktie fast 46 Prozent unter ihrem Jahreshoch. Xiaomis Zahlen für 2025 sind beeindruckend, aber der Markt schaut bereits auf die nächste Hürde.

Der Gesamtumsatz kletterte im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 457,3 Milliarden Yuan, ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch deutlicher legte der bereinigte Nettogewinn zu: plus 43,8 Prozent auf 39,2 Milliarden Yuan. Das sind die stärksten Zahlen der Unternehmensgeschichte.

Smartphone-Margen unter Druck

Der Kurs spiegelt diesen Erfolg kaum wider. Mit zuletzt 3,59 Euro notiert das Papier rund 20 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau. Analysten verweisen auf gestiegene Preise für Speicherchips und andere Vorprodukte, die die Bruttomargen im Smartphone-Kerngeschäft kurzfristig belasten. Die entscheidende Frage: Kann das Unternehmen diese Mehrkosten über Preisanpassungen bei neuen Modellen weitergeben, ohne Marktanteile zu verlieren?

Das erste Quartal 2026 wird erste Antworten liefern — die Bilanzvorlage ist für den 27. Mai 2026 angesetzt.

EV-Sparte mit starkem Momentum

Klarer Lichtblick bleibt die Elektroauto-Sparte. Erstmals wies sie 2025 ein positives operatives Ergebnis aus: 900 Millionen Yuan. Ausgeliefert wurden 411.082 Fahrzeuge — deutlich mehr als die ursprünglich angestrebten 300.000 Einheiten.

Die neue SU7-Generation, eingeführt am 19. März 2026, sorgte für Aufsehen: 15.000 verbindliche Reservierungen in den ersten 34 Minuten, über 30.000 nach drei Tagen. Für 2026 peilt das Management nun 550.000 Auslieferungen an.

KI als nächster Wachstumstreiber

Parallel dazu investiert Xiaomi massiv in künstliche Intelligenz — 60 Milliarden Yuan über drei Jahre, allein 2026 über 40 Milliarden Yuan für Forschung und Entwicklung. Im Mittelpunkt stehen die KI-Modelle der MiMo-V2-Familie sowie humanoide Roboter, die in der eigenen EV-Fertigung bereits autonome Montagevorgänge mit einer Erfolgsquote von über 90 Prozent absolvieren.

Goldman Sachs hält an einer Kaufempfehlung mit Kursziel 41 HKD fest, während J.P. Morgan mit einem „Hold“-Rating vorsichtiger bleibt. Das Bild ist gespalten — und der Quartalsbericht Ende Mai wird zeigen, ob die operativen Stärken des Rekordjahres auch im neuen Geschäftsjahr tragen.