Starke Nachfrage, schwache Kurse — bei Xiaomi klaffen operative Ambitionen und Börsenstimmung gerade weit auseinander. Das Unternehmen kauft massiv eigene Aktien zurück, während ein Einbruch bei Smartphone-Auslieferungen das Sentiment belastet.

Zwei Rückkäufe in drei Tagen

Am Mittwoch erwarb Xiaomi 5,72 Millionen eigene Aktien für rund 177 Millionen Hongkong-Dollar — zu Preisen zwischen 30,76 und 31,00 HKD. Bereits am Montag hatte der Konzern 8,1 Millionen Anteile für insgesamt 248 Millionen HKD aufgekauft.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Am Dienstag markierte die Aktie in Frankfurt mit 3,38 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Heute erholt sie sich: plus 3,75 Prozent auf 3,50 Euro. Seit Jahresbeginn liegt das Papier dennoch rund 22 Prozent im Minus.

Speicherkosten fressen Margen

Hintergrund ist ein harter Quartalsbefund. Laut Counterpoint Research brachen Xiaomis Smartphone-Auslieferungen im ersten Quartal 2026 um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Marktanteil und Rang drei im globalen Ranking blieben zwar stabil — der Rückgang fiel aber deutlich stärker aus als bei Apple und Samsung.

Der Haupttreiber: DRAM- und NAND-Speicherpreise stiegen im Quartal um rund 90 Prozent. Xiaomi ist traditionell stark im preissensiblen Einsteigersegment aufgestellt. Kostensteigerungen in dieser Größenordnung lassen sich dort kaum weitergeben. Das Management drosselte deshalb die Lieferungen älterer Modelle, um die Marge je Gerät zu schützen.

Die Folge: weniger Volumen, mehr Druck auf die Bewertung.

Richtungswechsel nach oben

Xiaomi reagiert mit einer Verschiebung ins Premiumsegment. Die Preise für ausgewählte Modelle — darunter das Redmi K90 Pro Max — stiegen um 200 Yuan. Die Xiaomi 17-Serie mit Leica-Optik vermeldet intern Verkaufsrekorde.

Am 21. April folgt ein Hardware-Event. Erwartet wird das Redmi K90 Max als erstes Xiaomi-Smartphone mit aktivem Lüfterkühlsystem. Außerdem plant der Konzern neue Laptops der Redmi Book Pro 2026 Serie mit Intels Core Ultra X7 358H — Akkulaufzeit bis zu 37 Stunden.

Analysten von Zephirin bleiben trotzdem vorsichtig. Sie senkten ihr 12-Monats-Kursziel von 31 auf 27 HKD und verwiesen auf anhaltende Margenkompression im Smartphone-Segment. Die offiziellen Quartalszahlen für Q1 2026 folgen Ende Mai — dann wird sich zeigen, wie tief der Schaden tatsächlich sitzt.