Xiaomi dreht an der Preisschraube – und der Kurs reagiert nervös. Der chinesische Technologiekonzern hebt die Preise für mehrere Smartphone-Modelle in China um bis zu 13 Prozent an. Der Grund: explodierende Kosten für Speicherchips. An der Börse in Frankfurt gibt die Aktie derweil nach.

Am Dienstag notiert das Papier bei 3,09 Euro, ein Minus von 1,01 Prozent. Bereits am Montag hatte der Kurs deutlicher nachgegeben. Trotzdem steht am Ende der vergangenen 30 Tage ein Plus von 18,50 Prozent – die kurzfristige Schwäche ändert am mittelfristigen Aufwärtstrend bisher wenig.

Speicherchips treiben die Preise

Zum 2. August hat Xiaomi die Preise für die Serien Redmi K90 und Xiaomi 17 in China erhöht. Beim Topmodell Xiaomi 17 Pro Max liegt der Aufschlag bei bis zu 500 Yuan, umgerechnet rund 64 Euro. Auslöser sind die Kosten für bestimmte Speicherkonfigurationen. Sie haben sich laut Unternehmensangaben binnen eines Jahres fast vervierfacht.

Analysten sehen den Schritt als notwendig an, um die Margen zu sichern. Kurzfristig könnte er allerdings den Absatz im preissensiblen Einstiegssegment bremsen. Xiaomi steht damit vor einem klassischen Zielkonflikt zwischen Profitabilität und Marktanteil.

Elektroautos liefern verlässlich

Während das Smartphone-Geschäft mit Kostendruck kämpft, läuft die Autosparte rund. Im Juli hat Xiaomi EV erneut mehr als 30.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Das ist bereits der vierte Monat in Folge über dieser Marke.

Seit dem Start der Auslieferungen im April 2024 zeigt sich die Sparte damit ungewöhnlich stabil. Xiaomi hat sich fest in der Spitzengruppe chinesischer Elektroauto-Hersteller etabliert.

Besondere Aufmerksamkeit gilt derzeit der neuen SUV-Serie SkyNomad. Nach der Technologie-Präsentation Ende Juli sind die Vorbestellungen für die Modelle N70 Max und N90 Max gestartet. Der Einstiegspreis des N70 Max liegt bei 259.900 Yuan – bewusst unter den Konkurrenzmodellen von Tesla und Li Auto. Für das Gesamtjahr 2026 peilt Xiaomi 550.000 verkaufte Einheiten an.

Zwei Termine im Blick

Am Donnerstag, den 6. August, startet der Redmi Note 17 in Indien. Das Gerät soll mit einem 8.000-mAh-Akku neue Maßstäbe in der Mittelklasse setzen und den Marktanteil in einem der wichtigsten Auslandsmärkte sichern.

Am 18. August folgt dann der nächste größere Termin: Xiaomi legt die Geschäftszahlen für das zweite Quartal vor. Sie werden zeigen, wie stark das Wachstum der Autosparte bereits auf die Profitabilität des Gesamtkonzerns durchschlägt – und ob die höheren Smartphone-Preise die gestiegenen Chipkosten tatsächlich auffangen.