Xiaomi kämpft sich zurück. Nach dem Absturz auf ein Jahrestief im Juni hat die Aktie deutlich Boden gutgemacht. Der Blick der Anleger richtet sich jetzt auf ein Werk in Peking, das über die nächste Kursphase entscheiden könnte.

Am Freitag schloss das Papier im europäischen Handel bei 3,00 Euro, ein moderates Plus von 0,17 Prozent. Wichtiger als der Tagesgewinn: Der Kurs liegt inzwischen 28 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 2,34 Euro, markiert Ende Juni. Auf Jahressicht bleibt trotzdem ein Minus von fast 31 Prozent stehen.

Charttechnik zeigt Stabilisierung

Die Aktie notiert aktuell über der 50-Tage-Linie bei 2,92 Euro. Diese Marke dient derzeit als kurzfristige Unterstützung. Der Relative-Stärke-Index steht bei 56,6 Punkten. Das ist ein neutraler Wert, weder überkauft noch überverkauft.

Der eigentliche Test kommt erst noch. Die 200-Tage-Linie verläuft bei 3,77 Euro und markiert einen deutlichen Widerstand. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über dieses Niveau würde das mittelfristige Bild wieder aufhellen.

E-Auto-Sparte als eigentlicher Kurstreiber

Abseits der Charttechnik entscheidet ein anderes Thema über die Stimmung: die Entwicklung von Xiaomi Auto. Der Konzern treibt den Ausbau seiner Fertigung in Peking voran. Das Ziel ist ambitioniert.

Nach rund 412.000 ausgelieferten Fahrzeugen im Jahr 2025 will das Management heuer bis zu 550.000 Einheiten erreichen. Das wäre ein Sprung von mehr als 33 Prozent.

Im Zentrum dieser Pläne steht die dritte Ausbaustufe des Werks in Beijing Yizhuang. Mit einer geplanten Jahreskapazität von 450.000 Fahrzeugen soll der Standort das Rückgrat für die Modelle SU7 und den neueren YU7 SUV bilden. Analysten stufen die Fähigkeit, Bestellungen abzuarbeiten und dabei Profitabilität aufzubauen, als zentralen Kurstreiber für das zweite Halbjahr ein.

Die Rechnung ist einfach, aber anspruchsvoll: Mehr Fahrzeuge bedeuten mehr Umsatz. Sie bedeuten aber auch höhere Investitionen in einem kapitalintensiven Geschäft. Ob Xiaomi beides gleichzeitig schafft, wird sich erst in den Geschäftszahlen zeigen.

Ausblick auf die Quartalszahlen

Kurzfristig dürften makroökonomische Daten aus China und die Stimmung im Technologiesektor den Kurs prägen. Ein konkreter Unternehmensimpuls fehlt vorerst.

Der Finanzkalender gibt die Richtung vor: Xiaomi dürfte seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 in der zweiten Augusthälfte vorlegen. In den vergangenen Jahren fiel der Termin meist auf den 20. August. Dann zeigt sich, ob die hohen Investitionen ins E-Auto-Segment bereits durch operative Margen im Smartphone-Geschäft und erste Skaleneffekte in der Fahrzeugfertigung ausgeglichen werden.