XPeng steht vor einer entscheidenden Woche. Am Montag, den 24. August, legt der chinesische Elektroautobauer seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Anleger erwarten mehr als nur Umsatz und Verlust — sie wollen wissen, ob der Konzernumbau zum „Physical AI“-Unternehmen tatsächlich Substanz hat.

Die Aktie schloss am Freitag bei 10,44 Euro, ein Plus von 1,4 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Gewinn von 3,2 Prozent zu Buche. Das klingt nach Erholung, bleibt aber bescheiden: Erst am 13. August markierte das Papier mit 9,99 Euro sein 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 42 Prozent verloren.

Vom Autobauer zum KI-Konzern

XPeng positioniert sich zunehmend als „XPeng Group“ und nicht mehr nur als Elektroauto-Hersteller. Der Konzern will selbst entwickelte KI-Chips und intelligente Fahrsysteme künftig auch außerhalb klassischer Fahrzeuge einsetzen. Humanoide Roboter und fliegende Fahrzeuge gehören inzwischen zur offiziellen Produktstrategie.

Ein konkreter Wachstumstreiber ist die Mona-L03-Serie. XPeng plant, die Baureihe in diesem Jahr in 65 Ländern anzubieten. Im Juli bremsten Lieferengpässe die Auslieferungen. Das Management rechnet ab August mit größeren Stückzahlen, sobald sich die Verfügbarkeit verbessert.

Lieferrekord trifft auf Preiskampf

Bei den operativen Zahlen zeigt sich ein deutliches Bild. XPeng lieferte im zweiten Quartal rund 103.295 Fahrzeuge aus — ein Plus von 65 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Das kräftig gestiegene SUV-Flaggschiff GX trug im Juni maßgeblich zu diesem Wachstum bei.

Analysten rechnen für das Quartal mit einem Umsatz von etwa 20,57 Milliarden Yuan, umgerechnet knapp 2,84 Milliarden Dollar. Einen Gewinn wird XPeng aller Voraussicht nach noch nicht ausweisen. Der erwartete Verlust je Aktie soll gegenüber dem schwachen ersten Quartal aber deutlich kleiner ausfallen.

Entscheidend wird sein, ob die höheren Stückzahlen und interne Kosteneinsparungen die Fahrzeugmargen stabilisieren können. Chinas Automarkt steckt weiter in einem aggressiven Preiskampf, der die Profitabilität der gesamten Branche unter Druck setzt.

Charttechnik zeigt erste Stabilisierung

Der 14-Tage-RSI liegt aktuell bei 44,4 und hat sich von überverkauften Niveaus Anfang August erholt. Das deutet auf eine nachlassende Verkaufsdynamik hin. Der Kurs notiert jedoch weiterhin rund 29 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 14,72 Euro — ein Zeichen, dass der langfristige Abwärtstrend noch nicht gebrochen ist.

Die Zahlen am Montag müssen liefern, was der Chart bislang nur andeutet: einen echten Wendepunkt. Bestätigt sich die Erholung bei Marge und Auslieferungen, dürfte das die Diskussion um die „XPeng Group“-Strategie neu beleben. Bleiben die Margen unter Druck, rückt der Umbau zum KI-Konzern erneut in den Hintergrund.