Ein kleines Kursplus zum Wochenausklang täuscht nicht über die harte Realität hinweg. Bei XPeng klaffen operative Ambitionen und Marktrealität weit auseinander. Die Aktie notiert gefährlich nah an ihrem Jahrestief.
Am Freitag schloss das Papier bei 11,86 Euro. Das entspricht einem leichten Tagesgewinn. Die langfristige Bilanz bleibt tiefrot. Seit Jahresbeginn brach der Kurs um 32 Prozent ein. Kürzlich markierte der Wert ein neues 52-Wochen-Tief bei 11,32 Euro.
Margen steigen, Verluste wachsen
Die jüngsten Quartalszahlen senden gemischte Signale. Einerseits verbesserte sich die Bruttomarge deutlich auf 20,6 Prozent. Andererseits schrumpfte der Umsatz im Jahresvergleich um fast 18 Prozent.
Parallel dazu weiteten sich die roten Zahlen aus. Der Nettoverlust stieg im ersten Quartal auf 1,78 Milliarden Renminbi. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 0,66 Milliarden.
Auslieferungen unter der Lupe
Das Hauptproblem bleibt das Wachstumstempo. Im Mai übergab der Autobauer 32.158 Fahrzeuge an Kunden. Das ist ein leichtes Plus gegenüber dem Vormonat. Für das zweite Quartal peilt das Management insgesamt bis zu 106.000 Auslieferungen an.
Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Juni außergewöhnlich stark ausfallen. Die bisherige Steigerungsrate reicht dafür kaum aus. Kein Wunder. Investoren reagieren nervös auf diese Diskrepanz.
KI-Fantasie trifft auf Skepsis
Das Management setzt stark auf Zukunftsthemen. Autonomes Fahren und physische Künstliche Intelligenz sollen neue Wachstumsfaktoren werden. Die Software VLA 2.0 ging kürzlich in die Massenproduktion.
Analysten sehen durchaus Potenzial in dieser Strategie. Die Bank of America hob ihr Kursziel zuletzt auf 25 US-Dollar an. Die Experten verweisen auf starke Vorbestellungen für das neue GX-Modell.
Für die kommenden Handelstage sind die charttechnischen Marken klar definiert. Fällt der Kurs nachhaltig unter das frische Tief von 11,32 Euro, droht ein weiterer Abverkauf. Auf der Oberseite blockiert die 50-Tage-Linie bei 13,97 Euro eine schnelle Erholung. Erst ein Sprung über diesen Widerstand würde das Chartbild aufhellen.
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