Ein Freitagsanstieg von 2,77 Prozent klingt nach Erholung. Auf Wochensicht steht XPeng dennoch mit knapp fünf Prozent im Minus. Der Kurs bei 11,86 Euro liegt nur einen Wimpernschlag über dem 52-Wochen-Tief von 11,32 Euro.

Technisches Bild bleibt angespannt

Der RSI von 33,3 zeigt: Die Aktie nähert sich überverkauftem Terrain. Das allein ist kein Kaufsignal. Der Kurs liegt gut 15 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und knapp 30 Prozent unter dem 200-Tage-Schnitt. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 32 Prozent verloren.

Eine Rückkehr zum 50-Tage-Durchschnitt bei 13,97 Euro wäre der erste sichtbare Momentum-Test. Bis dahin sind es rund 18 Prozent Aufwärtspotenzial — kein kleiner Schritt.

Lieferzahlen unter Druck

Im Mai lieferte XPeng 32.158 Fahrzeuge aus. Das war vier Prozent mehr als im April. Klingt solide — ist es aber nur bedingt. Für das zweite Quartal hat das Management eine Lieferzahl zwischen 100.000 und 106.000 Fahrzeugen in Aussicht gestellt. Das entspräche einem Anstieg von rund 60 bis 70 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht XPeng im Juni einen außergewöhnlich starken Monat.

Der Umsatz im ersten Quartal fiel auf 13,03 Milliarden Renminbi — ein Rückgang von 17,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Fahrzeugerlöse brachen sogar um 23,5 Prozent ein. Für das zweite Quartal rechnet das Unternehmen mit Erlösen zwischen 19,60 und 20,80 Milliarden Renminbi.

Margen steigen, Verluste auch

Inmitten schwacher Topline-Zahlen gibt es einen echten Lichtblick. Die Bruttomarge kletterte auf 20,6 Prozent — nach 15,6 Prozent im Vorjahreszeitraum. Die Fahrzeugmarge verbesserte sich auf 12,1 Prozent. XPeng führt das auf Kostensenkungen und einen günstigeren Produktmix zurück.

Allerdings wuchs der Nettoverlust im ersten Quartal auf 1,78 Milliarden Renminbi. Im Vorjahresquartal hatte er noch bei 0,66 Milliarden gelegen. Der Kassenbestand sank von 47,66 Milliarden auf 42,09 Milliarden Renminbi. Das Polster ist noch komfortabel — aber es schmilzt.

Premiumsegment als nächste Wette

XPeng versucht, dem Preiskampf im Massenmarkt zu entkommen. Der neue GX-SUV kostet zwischen 279.800 und 359.800 Yuan. Bis Ende Juni gibt es einen Rabatt von 10.000 Yuan. Das Modell zielt auf ein Segment, in dem chinesische Hersteller zunehmend gegeneinander antreten — nicht mehr nur über den Preis, sondern über Technologie und Marke.

Ob das gelingt, entscheiden die Quartalszahlen für Q2 2026. Sie werden zeigen, ob XPeng die ambitionierten Lieferziele erreicht hat und ob die Margenverbesserung trägt. Bis dahin bleibt das 52-Wochen-Tief bei 11,32 Euro der entscheidende Anker nach unten.