XPeng meldet für Juli 2026 einen neuen Bestwert bei den monatlichen Auslieferungen – parallel rückt mit der neuen Fabrik für fliegende Autos ein zweites Standbein des Unternehmens in den Fokus. An der Börse zeigt sich davon bislang wenig: Die Aktie bleibt tief im Minus für das laufende Jahr, auch wenn zuletzt eine leichte Erholung einsetzte.
Lieferzahlen wachsen weiter, Europa-Expansion nimmt Fahrt auf
Im Juli 2026 lieferte XPeng 38.027 Elektrofahrzeuge aus, ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit überschritt der Hersteller kumuliert die Marke von 1,2 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen. Zum Vergleich: Der Wettbewerber NIO kam im gleichen Monat auf 35.934 Fahrzeuge, ein Zuwachs von 71 Prozent gegenüber Vorjahr – beide chinesischen Hersteller überschritten damit im Juli dieselbe kumulative Schwelle.
Strategisch treibt XPeng die internationale Expansion voran. Am 16. Juli feierte das Modell L03 in München seine Markteinführung, ein wichtiger Schritt für den europäischen Markt. Das Unternehmen plant, bis Ende 2026 in insgesamt 65 Ländern präsent zu sein, in Australien sollen in der zweiten Jahreshälfte fünf neue Modelle folgen. Für 2027 kündigt XPeng zudem den globalen Rollout seines Fahrassistenzsystems NGP an. Nach eigenen Angaben summiert sich die CO2-Einsparung durch die zwischen Januar und Juli 2026 ausgelieferten Fahrzeuge auf rund 3,23 Millionen Tonnen.
Flugauto-Sparte ARIDGE meldet Baufortschritt
Neben dem Kerngeschäft mit Elektrofahrzeugen treibt XPeng über seine in ARIDGE umbenannte Tochter XPeng Aeroht ein ambitioniertes Zusatzprojekt voran: fliegende Autos. In Guangzhou ist nach Unternehmensangaben die weltweit erste Fabrik für die Serienproduktion solcher Fahrzeuge fertiggestellt, mit einer Jahreskapazität von 10.000 Einheiten. Für das Modell „Land Aircraft Carrier“, ein modulares Fluggerät, liegen bereits mehr als 7.000 Vorbestellungen vor.
Die chinesische Luftfahrtbehörde CAAC hat den Antrag auf Typ- und Produktionszertifikat angenommen, eine wichtige Voraussetzung für die kommerzielle Nutzung. Das erste Fahrzeug lief bereits im November 2025 vom Band, die Serienproduktion soll 2026 anlaufen, Kundenauslieferungen sind für das Jahresende vorgesehen. Der Preis liegt Unternehmensangaben zufolge bei umgerechnet etwa 280.000 US-Dollar, die Bodenreichweite soll mehr als 1.000 Kilometer betragen. Für Anleger bleibt dieses Segment vorerst ein Zukunftsversprechen ohne belastbare Umsatzzahlen, doch es unterstreicht den Anspruch des Unternehmens, über das klassische E-Auto-Geschäft hinauszuwachsen.
Aktie bleibt unter Druck, kurzfristige Stabilisierung sichtbar
Trotz der operativen Fortschritte hat die XPeng-Aktie ein schwieriges Börsenjahr hinter sich. Auf Jahressicht steht seit Jahresbeginn ein Minus von 37,51 Prozent zu Buche. Zum Handelsschluss am Freitag notierte das Papier bei 11,28 Euro. Auf Wochensicht zeigt sich allerdings eine Gegenbewegung: Innerhalb von sieben Tagen legte der Kurs um 4,06 Prozent zu.
Diese kurzfristige Stabilisierung fällt in eine Phase, in der operative Nachrichten – die Rekordauslieferungen, die Europa-Expansion und der Baufortschritt bei ARIDGE – positive Signale liefern. Ob daraus eine nachhaltigere Trendwende wird, hängt für Anleger maßgeblich davon ab, ob sich das Auslieferungswachstum in den kommenden Monaten fortsetzt und ob die für 2027 angekündigten Technologie- und Marktausweitungen wie geplant umgesetzt werden. Der chinesische Automarkt selbst zeigt unterdessen gemischte Signale: Offizielle Einkaufsmanagerindizes für Juli fielen erstmals seit Februar unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten, während Hightech- und Ausrüstungsbranchen laut Daten weiterhin expandierten.
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