Der chinesische Elektroauto-Hersteller XPeng hat im August einen leichten Zuwachs bei den Fahrzeugauslieferungen verzeichnet und treibt seine internationale Präsenz sowie technologische Entwicklung voran. Trotz eines schwierigen Marktumfelds und eines deutlichen Kursverlusts seit Jahresbeginn setzt das Unternehmen auf neue Absatzmärkte und den Ausbau seiner Software-Expertise.
Moderate Zuwächse bei den Verkaufszahlen
XPeng lieferte im August 39.107 Fahrzeuge aus, was einer Steigerung von 4 % gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Ein wesentlicher Treiber für das aktuelle Produktportfolio ist das Modell G9L, das am 11. August sein Debüt feierte und sich seither im Vorverkauf auf dem chinesischen Festland befindet.
Neben dem Kerngeschäft betont der Konzern seine ökologischen Fortschritte: Zwischen Januar und August reduzierten die ausgelieferten Fahrzeuge den CO2-Ausstoß laut Unternehmensangaben um mehr als 3,72 Millionen Tonnen.
Parallel zur Modelloffensive in der Heimat bereitet der Hersteller den Marktstart in Südostasien vor. Ab September wird XPeng in den Philippinen aktiv und bringt dort das Coupé-SUV L03 sowie den Siebensitzer X9 in den Handel.
Diese Expansion wird durch eine personell starke Forschungsabteilung gestützt. Wie Medienberichte hervorheben, sind über 40 % der Belegschaft — insgesamt 8.845 Mitarbeiter — in den Bereichen Software, Künstliche Intelligenz und intelligentes Fahren tätig.
Autonomes Fahren und strategische Robotik-Pläne
Ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung intelligenter Systeme ist die Erteilung einer Genehmigung für Remote-Tests von Robotaxis in Guangzhou. Diese Erprobungen auf Straßen der Level 1 bis 3 unterstreichen den Anspruch von XPeng, bei assistierten Fahrsystemen eine führende Rolle einzunehmen.
In China wurde zudem bereits das Modell Mona L05 gesichtet, ein mittelgroßes SUV mit einer Reichweite von bis zu 660 Kilometern nach chinesischem Standard (CLTC), dessen Markteinführung in weiteren Regionen wie Australien für das Jahr 2027 anvisiert wird.
Flankiert wird die Fahrzeugstrategie durch das Engagement im Bereich der Humanoiden. Am vergangenen Samstag wurde bekannt, dass die Robotik-Tochter Dogotix in einer Finanzierungsrunde über 900 Millionen US-Dollar eingesammelt hat.
Zu den Investoren zählen namhafte Akteure wie IDG Capital, Tencent und Alibaba. Die Bewertung der Sparte liegt damit bei über 6,3 Milliarden US-Dollar. Die Massenproduktion der „IRON“-Roboter ist für Ende dieses Jahres geplant, erste Auslieferungen sollen im ersten Halbjahr 2027 erfolgen.
Aktie notiert weiterhin unter Druck
Trotz der operativen Fortschritte spiegelt der Aktienkurs die Skepsis des Marktes gegenüber dem chinesischen Automobilsektor wider. Das Papier notiert aktuell bei 9,85 € und verharrt damit in der Nähe seines 52-Wochen-Tiefs. Seit Jahresbeginn hat der Wert rund 45 % an Boden verloren, was die Verunsicherung der Anleger verdeutlicht. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch ist mit einem Minus von 60 % nach wie vor massiv.
Zuletzt hatten Analysten ihre Einschätzungen angepasst, nachdem am vergangenen Samstag Kurszielsenkungen infolge der jüngsten Quartalszahlen bekannt wurden. XPeng muss sich in einem intensiven Wettbewerb behaupten, während Konkurrenten wie BYD oder Li Auto ebenfalls mit hohen Auslieferungszahlen und neuen Modellen drängen.
Der Erfolg in den neuen Märkten und die geplante Ausgliederung der Robotik-Sparte innerhalb der nächsten 18 Monate werden maßgeblich dafür sein, ob die Aktie eine nachhaltige Erholung einleiten kann.
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