XPeng hat in Dänemark, Norwegen, Frankreich und Deutschland nach eigenen Angaben Fahrzeuge ausgeliefert. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit. Für Anleger dokumentiert die Meldung die erreichte Absatzbasis in diesen europäischen Märkten – nicht das Verkaufstempo eines einzelnen Monats.
G9L soll das Europageschäft ergänzen
Die Auslieferungszahlen geben der europäischen Produktoffensive einen konkreten Bezugspunkt. Sie beschreiben allerdings den bisherigen Gesamtabsatz und sind deshalb nicht mit einer aktuellen Wachstumsrate gleichzusetzen. XPeng hob zugleich die Platzierungen seiner Modelle G6 und G9 in den jeweiligen Marktsegmenten hervor.
Bereits am 12. Oktober hatte XPeng auf dem Pariser Autosalon das Flaggschiff-SUV G9L für Europa vorgestellt und die Bestellungen geöffnet. In Frankreich soll der Einstiegspreis bei 74.990 € liegen. Damit verbindet das Unternehmen den erreichten Auslieferungsstand mit einem weiteren Fahrzeugangebot.
Für die Einordnung ist diese Trennung wichtig: Die kumulierten Auslieferungen belegen bereits erfolgte Fahrzeugübergaben. Der Bestellstart des G9L steht dagegen für das neue Angebot. Aus dem Meilenstein allein lässt sich noch kein Verkaufserfolg dieses Modells ableiten.
Software ergänzt die Fahrzeugoffensive
Beim Messeauftritt stellte XPeng außerdem öffentliche Testfahrten mit dem Next Generation Pilot vor. Das System nutzt VLA 2.0. Neben dem Fahrzeug selbst rückte das Unternehmen damit auch seine Technologie für automatisiertes Fahren in den Mittelpunkt des europäischen Auftritts.
Eine weitere Erweiterung betrifft das Cockpit: Am 16. Oktober kündigte XPeng an, Google Play in seine KI-gestützten Fahrzeugsysteme zu integrieren. Die Einführung ist für Anfang 2027 vorgesehen. Diese Integration ist damit ein angekündigter Entwicklungsschritt und noch keine bereits verfügbare Ausstattung.
Goldman senkt das Kursziel
Die operative Europameldung traf am Freitag auf eine vorsichtigere Bewertung durch Goldman Sachs. Medienberichten zufolge senkte Tina Hou das Kursziel für XPeng. Die Kaufempfehlung behielt sie bei.
Damit stehen die bestätigten Auslieferungsmeilensteine neben einer reduzierten Kurserwartung. Die Analystenaktion ist weder eine Herabstufung der Empfehlung noch eine unveränderte Einschätzung des Zielwerts: Goldman hält am Kaufvotum fest, setzt die Zielmarke aber niedriger an.
Für Anleger liegt der entscheidende Unterschied zwischen erreichtem Absatz und künftigem Geschäft. Die europäische Auslieferungsbasis ist bestätigt. Welchen zusätzlichen Beitrag der G9L und die angekündigte Softwareintegration leisten, müssen die weiteren Verkäufe zeigen.
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