XPeng treibt seine globale Expansion voran, während sich institutionelle Investoren im zweiten Quartal deutlich uneins über die Aktie zeigten. Am 14. August feierte das SUV-Coupé L03 auf der Gaikindo Indonesia International Auto Show seinen ersten öffentlichen Auftritt in Südostasien.

Am selben Tag begannen im Hafen von Brisbane die ersten Kundenauslieferungen des G6 in Australien – nachdem XPeng dort das lokale Geschäft von einem früheren Importeur übernommen hatte.

Neues Flaggschiff soll 64 Märkte erobern

Bereits Mitte des Monats hatte XPeng mit dem G9L sein neues „Tech-Flaggschiff“ vorgestellt. Das SUV startet in China zu einem Einstiegspreis von 259.800 Yuan, umgerechnet rund 38.260 Dollar, und ist für den Verkauf in insgesamt 64 internationalen Märkten konzipiert.

Technisch setzt der Wagen auf ein 800-Volt-Schnellladesystem, das laut Unternehmensangaben in neun Minuten eine Reichweite von 450 Kilometern nachlädt, sowie auf drei selbst entwickelte Turing-KI-Chips mit einer Rechenleistung von 2.250 TOPS.

Zudem debütiert im G9L die zweite Generation des Vision-Language-Action-Systems für autonomes Fahren. Die parallele Markteinführung in China, Indonesien und Australien unterstreicht, wie stark XPeng seine Expansion außerhalb des Heimatmarktes derzeit forciert.

Institutionelle Anleger fahren gegensätzliche Kurse

Die 13F-Meldungen zum zweiten Quartal zeichnen ein gespaltenes Bild. UBS erhöhte ihre XPeng-Position um 27 Prozent auf knapp 5,6 Millionen ADS, die zum 30. Juni mit 73,9 Millionen Dollar bewertet waren. Citigroup vervierfachte ihren Bestand auf 1.350.191 ADS, ein Plus von 353 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Deutsche Bank baute ihre Position um fast das Siebenfache aus und machte XPeng damit zur größten Kapitalallokation des Hauses unter chinesischen E-Auto-Herstellern. Auch der niederländische Handelskonzern IMC-Chicago stockte seine Beteiligung um 121,2 Prozent auf gut eine Million ADS auf.

Auf der Gegenseite reduzierte BlackRock seinen Anteil um 23,5 Prozent auf 2,228 Millionen ADS – Teil einer breiteren Umschichtung weg von chinesischen Elektroautoherstellern hin zu US-Namen wie Lucid und Rivian. Diese Divergenz zeigt, dass die internationale Expansion allein die Anleger nicht einheitlich überzeugt: Während einige Häuser offensiv auf das Wachstumspotenzial setzen, ziehen andere Kapital ab.

Kurs unter Druck, Ausblick eingetrübt

Die Aktie spiegelt diese Unsicherheit wider. Am Freitag schloss das Papier bei 10,12 Euro, nur 1,3 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 9,99 Euro, das erst kürzlich markiert wurde.

Seit Jahresbeginn hat der Kurs 44 Prozent verloren, allein in den vergangenen 30 Tagen ging es um 14 Prozent nach unten. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 14,95 Euro liegt bei 32 Prozent.

Auch die Gewinnschätzungen belasten die Stimmung: Der Analystenkonsens für das Geschäftsjahr 2026 wurde Anfang August um 36 Prozent nach unten revidiert, der erwartete Verlust je Aktie stieg von 0,931 auf 1,27 chinesische Yuan. Regulatorische Daten bestätigten zugleich, dass es innerhalb der vorangegangenen drei Monate keine Insider-Transaktionen bei XPeng gegeben habe.

Entscheidend für die weitere Kursrichtung dürften die Quartalszahlen werden, die XPeng am 24. August vor Handelsbeginn in den USA veröffentlicht. Anleger werden dabei genau beobachten, ob sich die internationale Modelloffensive bereits in den Geschäftszahlen niederschlägt oder ob die Skepsis institutioneller Verkäufer wie BlackRock überwiegt.