Im Auto bald ohne Smartphone durch den App-Store scrollen: XPeng holt Google Play in seine KI-Cockpits. Die Ankündigung erweitert die Partnerschaft mit dem US-Konzern und kommt einen Tag nach dem Pariser Auftritt von Firmenchef He Xiaopeng.
Apps direkt im Fahrzeug
Die Integration soll Anfang 2027 live gehen. Sie basiert auf Android Automotive OS und bringt Apps aus mehr als 100 Ländern auf den Fahrzeugbildschirm, darunter Musik, Video-Streaming, Navigation, Ladeinfrastruktur und Parkdienste. Spiele sind nur im Stand verfügbar.
Nutzer können die Programme per Sprachassistent von XPeng öffnen und bedienen. Ein praktischer Nebeneffekt: Neue Apps und Updates erscheinen über Google Play, ohne dass jedes Mal ein größeres Over-the-Air-Update für das gesamte Fahrzeug nötig wäre.
Welche Modelle und Märkte zuerst bedient werden, ist noch offen. Details will das Unternehmen später nennen. Die Verfügbarkeit kann je nach Modell und Sicherheitsanforderungen variieren.
Für XPeng ist es der nächste Schritt nach Google Maps. Die Navigations-Schnittstelle des Konzerns war im Juli 2026 angekündigt worden und dient auch als Kartengrundlage für die Fahrassistenzsysteme in Übersee. Beide Seiten wollen weitere Anwendungen im Auto prüfen.
Paris: Technik für Partner
Am Vortag hielt He Xiaopeng als erster chinesischer Autochef eine Keynote beim Paris Automotive Summit. Sein Leitgedanke: Kein Hersteller bringt alle Vorteile für die nächste Generation smarter Mobilität allein mit. XPeng will deshalb Plattformen, Batterien, E-Antriebe sowie den hauseigenen Turing-Chip und KI-Modelle für Partner öffnen. Als Beispiel nannte er die Zusammenarbeit mit dem Volkswagen-Konzern.
Beim Fahrassistenten NGP auf Basis von VLA 2.0 peilt XPeng 2027 den globalen Markteintritt an. Der Humanoide IRON soll Ende 2026 in Serie gehen, die ersten Auslieferungen sind für das erste Halbjahr 2027 geplant. Im zweiten Halbjahr 2027 soll der Roboter nach Europa kommen.
Europa nimmt in der Strategie breiten Raum ein. Vier Modelle laufen dort laut Unternehmen innerhalb eines Jahres in Produktion: G6, G9, P7+ und der neue G9L. Im ersten Halbjahr 2026 flossen rund 770 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung.
Plattform statt Einzelprodukt
Beide Meldungen folgen derselben Linie. XPeng versteht sich zunehmend als Technologieanbieter, der Software, KI und Hardware vernetzt und Dritten zugänglich macht. Google liefert dafür das Ökosystem im Cockpit, Partner wie Volkswagen die Fahrzeugbasis. Ob das Geschäftsmodell nennenswerte Erlöse abwirft, belegen erst konkrete Verträge und Stückzahlen.
Als nächste greifbare Marke steht der Start von Google Play Anfang 2027. Zuvor soll die Serienfertigung des IRON-Roboters Ende 2026 anlaufen.
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