Der chinesische Elektroauto-Hersteller XPeng hat am gestrigen Dienstag seine Auslieferungszahlen für den Monat August vorgelegt und damit einen leichten Aufwärtstrend in einem hart umkämpften Marktumfeld signalisiert.

Mit insgesamt 39.107 ausgelieferten Fahrzeugen verzeichnete das Unternehmen ein Wachstum von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Neben den aktuellen Absatzzahlen treibt der Konzern seine Modelloffensive und den Einstieg in die autonome Mobilität massiv voran.

Produktoffensive stützt Auslieferungszahlen

Ein wesentlicher Treiber für die künftige Absatzentwicklung soll der neue SUV G9L sein. Das Fahrzeug feierte am 11. August sein offizielles Debüt und wird in China bereits im Vorverkauf angeboten.

Laut Unternehmensangaben sollen der offizielle Launch und der Beginn der Auslieferungen dieses Modells noch im laufenden September erfolgen. Parallel dazu bereitet XPeng den Marktstart des Modells MONA L05 vor, das für das vierte Quartal dieses Jahres geplant ist.

Das Management verfolgt für den Rest des Jahres ehrgeizige Wachstumsziele. So strebt der Konzern für das vierte Quartal eine monatliche Verkaufsrate von mehr als 60.000 Fahrzeugen an.

Auch das internationale Geschäft gewinnt an Bedeutung: Für das Schlussquartal werden über 40.000 Auslieferungen auf den Überseemärkten angepeilt. In diesem Zusammenhang sollen im vierten Quartal auch die ersten Lieferungen des Modells MONA L03 an internationale Kunden beginnen.

Technologische Expansion und Marktdruck

Abseits des klassischen Fahrzeugverkaufs meldet XPeng Fortschritte im Bereich der autonomen Mobilität. In der chinesischen Metropole Guangzhou erhielt das Unternehmen die Genehmigung für Ferntests intelligenter, vernetzter Fahrzeuge. Diese Zulassung gilt als wichtiger Schritt zur Validierung des Robotaxi-Geschäftsmodells, an dem der Hersteller verstärkt arbeitet.

Dennoch steht das Unternehmen vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Im zweiten Quartal 2026 erzielte XPeng einen Umsatz von 19,74 Milliarden Yuan. Wie Reuters berichtete, blieb dieser Wert jedoch hinter den Erwartungen der Wall Street zurück. Auch die Umsatzprognose für das dritte Quartal enttäuschte viele Marktteilnehmer. Als Grund hierfür wird vor allem der intensivierte Wettbewerb auf dem chinesischen Markt für Elektrofahrzeuge angeführt.

Marktreaktion und Kursverlauf

An der Börse spiegeln sich diese gemischten Signale in einer anhaltenden Kursschwäche wider. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits 47 Prozent an Wert verloren. Aktuell notiert das Papier bei 9,56 Euro und damit nur noch 1,5 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 9,42 Euro.

Der Verkaufsdruck wurde zuletzt durch die Anpassung der Erwartungen seitens großer Analysehäuser verstärkt. Am vergangenen Samstag hatten unter anderem Analysten von JPMorgan und Goldman Sachs ihre Kursziele nach unten korrigiert. Diese Anpassungen folgten auf die Enttäuschungen über den Ausblick für das dritte Quartal.

Trotz der jüngsten Finanzierungsrunde der Robotik-Sparte, die Ende August mehr als 900 Millionen US-Dollar einsammeln konnte und nun mit über 6,3 Milliarden US-Dollar bewertet wird, bleibt das Vertrauen der Anleger in die kurzfristige Erholung des Kernautomobilgeschäfts fragil.