Die Abstimmungsfrist für ADS-Inhaber ist abgelaufen. Am 26. Juni entscheiden die Aktionäre in Guangzhou über Kapitalmandate, Aufsichtsräte und Wirtschaftsprüfer — und das bei einem Kurs, der kaum noch Luft nach unten hat.

Frist verstrichen, Meeting naht

Wer XPeng-Aktien über amerikanische Depositary Shares hält, hatte bis zum 17. Juni Zeit, Citibank Abstimmungsanweisungen zu erteilen. Diese Frist ist nun abgelaufen. Direkt an der Hauptversammlung teilnehmen dürfen ADS-Inhaber ohnehin nicht — es sei denn, sie tauschen ihre Papiere rechtzeitig in Class-A-Aktien um.

Das eigentliche Ereignis folgt am 26. Juni. XPeng hält seine Hauptversammlung um 10:00 Uhr Hongkonger Zeit im XPENG Tech Park in Guangzhou ab.

Was auf der Tagesordnung steht

Die Aktionäre stimmen über mehrere Punkte ab. Darunter: die Wiederwahl von drei unabhängigen Direktoren, die Neubestellung von PricewaterhouseCoopers als Abschlussprüfer für 2026 sowie die Verabschiedung des Jahresabschlusses 2025.

Zwei Kapitalmandate verdienen besondere Aufmerksamkeit. Erstens ein Ausgabemandat: Der Vorstand soll ermächtigt werden, neue Class-A-Aktien bis zu einer Obergrenze von 20 Prozent der ausstehenden Aktien auszugeben. Zweitens ein Rückkaufmandat für bis zu 10 Prozent der ausstehenden Aktien. Beide Beschlüsse schaffen lediglich Handlungsspielraum — konkrete Transaktionen wären jeweils separate Schritte.

Kurs nahe am Jahrestief

Der Zeitpunkt ist heikel. XPeng schloss zuletzt bei 11,70 Euro — nur 0,52 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 11,64 Euro, das ausgerechnet am 17. Juni markiert wurde. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 33 Prozent verloren. Vom Novemberhoch bei 24,40 Euro ist sie mehr als halbiert.

Der RSI liegt bei 29 — technisch überverkauftes Terrain. Beide gleitenden Durchschnitte liegen deutlich über dem aktuellen Kurs.

Operative Lage bleibt angespannt

Die Lieferzahlen zeigen zumindest kurzfristige Stabilisierung. Im Mai 2026 lieferte XPeng 32.158 Fahrzeuge aus — vier Prozent mehr als im April.

Das erste Quartal 2026 war weniger ermutigend. Der Umsatz fiel um 17,6 Prozent auf 13,03 Milliarden Renminbi. Der Nettoverlust weitete sich auf 1,78 Milliarden Renminbi aus, nach 0,66 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Immerhin: Die Bruttomarge stieg auf 20,6 Prozent, von 15,6 Prozent ein Jahr zuvor. Höhere Ausgaben für neue Fahrzeugmodelle und KI-Technologien belasteten das Ergebnis.

Das Ausgabemandat dürfte unter diesen Umständen genau beobachtet werden. Bei einem Kurs nahe dem Jahrestief ist jede potenzielle Verwässerung ein sensibles Thema — auch wenn der Beschluss selbst noch keine Aktien schafft. Die Abstimmungsergebnisse vom 26. Juni werden zeigen, wie die verbliebenen Aktionäre die Balance zwischen Kapitalflexibilität und Verwässerungsrisiko bewerten.