Der chinesische Elektrofahrzeughersteller XPeng will seine Technologieplattformen künftig verstärkt an ausländische Automobilkonzerne lizenzieren. Laut Reuters plant das Unternehmen, neben der bestehenden Kooperation mit Volkswagen weitere Partnerschaften im Ausland einzugehen.

Ziel ist es, zusätzliche Einnahmen für eigene Programme bei Robotaxis, Robotik und Künstlicher Intelligenz zu generieren. An den Börsen stieß der Schritt auf Zuspruch: Die Aktie legte gestern um 3,0 Prozent auf 9,28 Euro zu.

Ausbau über die Volkswagen-Allianz hinaus

Medienberichten zufolge baute XPeng vor rund sechs Monaten ein Team für strategische Kommerzialisierung auf, um neue Technologiepartnerschaften zu erschließen. Dabei stützt sich der Konzern auf den Erfahrungen aus der bisherigen Zusammenarbeit mit Volkswagen ab.

Zum Angebot für internationale Fahrzeughersteller sollen künftig die elektrische und elektronische Architektur, intelligente Cockpitsysteme sowie Fahrassistenzsoftware gehören. Zudem beabsichtigt XPeng, seine Turing-KI-Chips bereitzustellen.

Die Pläne reichen über klassische Personenkraftwagen hinaus. Das Lizenz- und Anpassungsgeschäft soll schrittweise auch Robotaxis sowie humanoide Roboter abdecken. Dies schließt den operativen Einsatz eigener Robotaxis ein, um die Software- und Hardwarelösungen im Bereich der physischen Künstlichen Intelligenz breiter im Markt zu verankern.

Finanzierung der Technologie-Offensive

Die Erschließung neuer Erlösquellen soll die hohen Vorleistungen in der Entwicklung absichern. Im zweiten Quartal 2026 erzielte XPeng einen Gesamtumsatz von 19,74 Milliarden Renminbi (2,91 Milliarden US-Dollar), was einem Zuwachs von 8,0 Prozent im Vorjahresvergleich entspricht.

Mit den angestrebten Lizenzeinnahmen will das Management die technologische Entwicklung beschleunigen, ohne die Bilanzen allein über den Fahrzeugverkauf zu belasten. Die Strategie markiert den Übergang vom reinen Fahrzeughersteller hin zu einem Technologieanbieter, der eigene Software- und Rechnerarchitekturen an globale Partner vermarktet.

Zusätzlichen finanziellen Spielraum schuf Ende August die Robotiksparte von XPeng durch eine Finanzierungsvereinbarung über 900 Millionen US-Dollar, die den Bereich mit mehr als 6,3 Milliarden US-Dollar bewertete. Im automobilen Kerngeschäft verzeichnete der Konzern im August 39.107 Auslieferungen.

Weltweit summierten sich die Auslieferungen bis Ende Juli auf mehr als 1,2 Millionen Fahrzeuge. Auf dem Pariser Autosalon am 12. Oktober plant XPeng zudem das globale Debüt des SUV-Modells G9L, um die internationale Präsenz weiter auszubauen.

Zurückhaltung am Kapitalmarkt

Trotz der technologischen Initiativen bleibt das Umfeld an der Börse anspruchsvoll. Seit Jahresanfang summiert sich das Minus bei der Aktie auf 49 Prozent. Am 9. September stufte die Bank UBS die Aktie mit „Hold“ ein und senkte das Kursziel von 18 $ auf 12 $.

Für eine nachhaltige Erholung dürfte jedoch entscheidend sein, wie zügig XPeng neue Lizenzabkommen mit etablierten Herstellern tatsächlich unter Dach und Fach bringt.