Mit einer Tagesveränderung von -5,7% geriet XPeng gestern im Sog chinesischer Aktien und Autowerte unter Druck. Medienberichten zufolge schürten die Quartalszahlen von CATL Sorgen über ein langsameres Wachstum der Autoverkäufe und einen schärferen Wettbewerb im chinesischen Elektroautomarkt. Der Rückgang stand damit im Zeichen eines schwachen Branchenumfelds, nicht einer neuen Unternehmensmeldung von XPeng.

Branchenbedenken treffen auf schwache VW-Verkäufe

Die Berichte beschrieben zugleich eine breite Schwäche chinesischer Hinterlegungsscheine an US-Börsen. Für die Einordnung der Kursbewegung ist diese Unterscheidung wichtig: Der Verkaufsdruck erfasste nicht nur XPeng. Aus dem Branchenrückgang allein lässt sich deshalb keine veränderte Geschäftsentwicklung des Unternehmens ableiten.

Ein konkreter Hinweis auf Absatzprobleme kommt allerdings aus der Zusammenarbeit mit Volkswagen. Reuters berichtete am Dienstag, dass der gemeinsam mit XPeng entwickelte ID. UNYX 08 hinter den ursprünglichen Verkaufserwartungen zurückblieb.

Vom Marktstart im April bis August lagen die monatlichen Verkäufe durchschnittlich bei 267 Fahrzeugen. Volkswagens anfängliches Monatsziel für 2026 betrug dagegen 3.622 Fahrzeuge. Das betrifft zunächst den Absatz des Volkswagen-Modells und ist keine Absatzmeldung über XPengs eigene Fahrzeuge.

Auslandslieferungen setzen einen Gegenpunkt

Dem schwachen Marktumfeld stehen Fortschritte bei XPengs Auslandsgeschäft gegenüber. Medienberichten zufolge erklärte CEO He Xiaopeng am Samstag, dass das Unternehmen mit umfangreichen Auslieferungen des GX SUV in den Nahen Osten und nach Afrika begonnen habe. Die Bestellungen aus dem Nahen Osten lagen demnach über 3.000.

Diese Nachricht setzt einen operativen Gegenpunkt zu den Branchensorgen. Bestellungen und begonnene Lieferungen sind allerdings nicht mit bereits vollständig abgewickelten Kundenverkäufen gleichzusetzen. Sie widerlegen daher auch nicht die Bedenken hinsichtlich des Wettbewerbs im chinesischen Markt.

Modellstart liefert den nächsten Termin

Der nächste konkrete Termin betrifft das eigene Modellangebot. XPeng eröffnete am 15. Oktober den Vorverkauf des MONA L05 in China. Das Angebot umfasst rein batterieelektrische Varianten sowie Versionen mit Reichweitenverlängerer.

Die angekündigte Preisspanne reicht von RMB 169.800 bis RMB 191.800. Der offizielle Marktstart ist für den 29. Oktober vorgesehen. Damit steht ein unternehmensspezifisches Ereignis bevor, während die jüngste Kursbewegung vor allem durch das Marktumfeld geprägt war.

Parallel kündigte XPeng die native Einbindung von Google Play in seine KI-gestützten Cockpits an. Die Freischaltung ist für Anfang 2027 geplant. Für Anleger bleiben damit zwei Ebenen zu trennen: der unmittelbare Druck durch Branchensorgen und die Umsetzung der angekündigten Produkt- und Expansionsschritte.