XPeng treibt seine internationale Expansion voran: Der chinesische Elektroautobauer kündigte an, im September in den philippinischen Markt einzutreten. Die Modelle X9 und L03 sollen dort mit lokalen Ausstattungsvarianten und Preisen starten, Details will das Unternehmen zum Marktstart bekanntgeben. Der Schritt reiht sich ein in eine Serie von Auslandsvorstößen, mit denen XPeng abseits des hart umkämpften chinesischen Heimatmarkts Wachstum sucht.
Parallel dazu bringt der Hersteller seine Modellpalette in Schwung. Der G9L, ein SUV, feierte Mitte August sein offizielles Debüt und ging in China in den Vorverkauf; die Auslieferungen sollen im September beginnen.
Zudem verzeichnete das L03 SUV Coupé nach Unternehmensangaben Bestellrekorde über die gesamte Modellreihe hinweg, Auslandsauslieferungen sind für das vierte Quartal geplant. Auch technologisch legt XPeng nach: Das autonome Fahrsystem VLA 2.0 soll ab Ende August ein größeres Update erhalten, das Cockpit- und Fahrfunktionen stärker verzahnt.
Auslandsgeschäft wächst deutlich
Das internationale Geschäft entwickelt sich derweil zu einer tragenden Säule. Im zweiten Quartal überstiegen die Auslandsauslieferungen 20.000 Fahrzeuge, ein Plus von 81 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auslandsanteil am Umsatz kletterte im ersten Halbjahr auf über 25 Prozent.
Diese Diversifizierung dürfte für XPeng an Bedeutung gewinnen, nachdem das Unternehmen zuletzt mit schwächeren Quartalszahlen und einer verhaltenen Lieferprognose für das dritte Quartal enttäuscht hatte.
Auch regulatorisch kommt XPeng voran: In Guangzhou erhielt das Unternehmen eine Genehmigung für Fernsteuerungstests intelligent vernetzter Fahrzeuge ohne Sicherheitsfahrer an Bord, und zwar auf ausgewiesenen Teststrecken der Stufen 1, 2 und 3. Das unterstreicht den Anspruch, bei autonomen Fahrfunktionen auch technologisch vorn mitzuspielen.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse hat die Expansionsstrategie bislang wenig Zuversicht gestiftet. Die Aktie notiert aktuell bei 9,41 Euro und liegt damit rund 33 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 14,07 Euro – ein Zeichen dafür, wie stark der mittelfristige Abwärtstrend das Papier belastet. Seit Jahresbeginn hat der Titel fast die Hälfte seines Werts verloren.
Der Kursverfall spiegelt vor allem die Sorge der Anleger wider, dass die operative Dynamik trotz der Auslandserfolge nicht mit den hohen Erwartungen Schritt hält. Während Auslieferungszahlen im August mit 39.107 Fahrzeugen ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zeigten, bleibt die Wachstumsrate hinter früheren Wachstumsraten des Unternehmens zurück.
Zugleich wächst das Auslandsgeschäft prozentual deutlich schneller als das Gesamtvolumen – ein Hinweis darauf, dass XPeng seine internationale Präsenz gezielt als Wachstumshebel nutzt, während der Heimatmarkt an Dynamik verliert.
Für Anleger bleibt die Philippinen-Expansion zunächst ein Nebenschauplatz mit Signalwirkung: Sie zeigt, dass XPeng trotz der Turbulenzen im Kerngeschäft an seiner globalen Wachstumsstrategie festhält. Ob sich das operativ in den kommenden Quartalen niederschlägt, dürfte maßgeblich darüber entscheiden, ob sich der anhaltende Abwärtstrend der Aktie stabilisiert.
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