Der chinesische Elektroautobauer XPeng treibt seine Pläne für das autonome Fahren voran. Am heutigen Donnerstag stellte der Konzern seine Robotaxi-Sparte offiziell unter dem Markennamen XPENG YOYO vor.
Parallel dazu schaltete das Unternehmen eine entsprechende Produktseite sowie ein Ride-Hailing-Miniprogramm frei, über das ausgewählte Nutzer per Einladungscode künftig autonome Fahrten buchen können. Damit vollzieht XPeng den Schritt von den reinen Straßentests hin zum schrittweisen Nutzerbetrieb.
An der Börse reagierten die Anleger verhalten auf die Ankündigung: Das Papier notiert aktuell bei 8,59 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 52 Prozent, womit sie sich nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 8,16 Euro bewegt.
Eigene Chip-Architektur und Verzicht auf LiDAR
Die technischen Grundlagen für das Projekt wurden in den vergangenen Monaten geschaffen. Die Robotaxi-Flotte basiert auf dem SUV-Modell GX und wurde laut Unternehmensangaben als voll integriertes Serienfahrzeug konzipiert. XPeng setzt dabei auf ein rein optisches Sensorsystem und verzichtet vollständig auf LiDAR-Sensoren sowie hochauflösende digitale Karten.
Für die Rechenleistung sorgen vier selbst entwickelte Turing-KI-Chips, die zusammen auf eine Rechenleistung von 3.000 TOPS kommen. Gesteuert wird das System über das unternehmenseigene VLA-Modell der zweiten Generation.
Um die Sicherheit bei Ausfällen zu gewährleisten, verbaut das Unternehmen nach eigenen Angaben sechsfache Redundanzen in Steuerung, Bremssystem und Bordnetz, die bei einer Störung innerhalb von 100 Millisekunden einspringen können.
Bereits im Januar erhielt XPeng die behördliche Genehmigung für Praxistests in Guangzhou, woraufhin im März eine eigenständige Geschäftseinheit für Robotaxis gegründet wurde. Nach dem ersten Bandablauf im Mai und internen Mitarbeitertests folgten im August die Freigaben für Fahrten ohne Sicherheitsfahrer auf bestimmten Strecken. Bis zuletzt wurden in der südchinesischen Metropole mehr als 2.200 Testfahrten absolviert.
Partnerbetrieb und Gewinnschwelle für 2027 anvisiert
Hinter dem Rollout steht ein klares kommerzielles Konzept. XPeng positioniert sich primär als Technologieanbieter und Plattformpartner, während die eigentliche Flottenverwaltung vor Ort externen Partnern überlassen werden soll.
Als erster Partner für das globale Software-Ökosystem wurde der Kartendienst Amap eingebunden. Die Erlöse sollen künftig aus einer Kombination aus Hardwareverkäufen, IT-Dienstleistungen und laufenden Umsatzbeteiligungen pro Fahrt stammen.
Vorstandschef He Xiaopeng formulierte zugleich einen konkreten Zeitplan für den Regelbetrieb. Demnach peilt das Unternehmen an, im Jahr 2027 vollständig fahrerlose Fahrten für reguläre Fahrgäste anzubieten. Zudem soll 2027 ein eigens für diesen Zweck optimiertes Fahrzeugmodell auf den Markt kommen, um im Anschluss die Expansion in internationale Großstädte einzuleiten.
Die Gewinnschwelle pro Fahrzeug soll in Guangzhou frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027 erreicht werden. Wie schnell sich der Betrieb rechnet, hängt nach Angaben der Unternehmensführung maßgeblich von der Fahrzeugdichte in den jeweiligen Einsatzgebieten ab. Während in Metropolen größere Flotten nötig sind, könnten in kleineren Städten bereits einige hundert Fahrzeuge für einen profitablen Betrieb genügen.
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