Der Krypto-Markt gerät am 24. Juli 2026 erneut unter Druck. Auslöser sind die andauernden US-Luftangriffe im Iran-Konflikt, die inzwischen die 13. Nacht erreicht haben, sowie neue US-Zölle auf über 60 Länder. XRP fiel im Zuge des breiten Abverkaufs auf rund 1,10 US-Dollar, wie Benzinga berichtete. Der aktuelle Kurs liegt bei 1,10 US-Dollar, nach einem Tagesverlust von 3,58 Prozent. Laut Benzinga kam es im Gesamtmarkt zu Liquidationen von rund 250 Millionen US-Dollar, davon 188 Millionen US-Dollar auf Long-Positionen. Der Analyst Ali Martinez bezeichnete die Marktlage dennoch als möglichen Einstiegspunkt für langfristig orientierte Investoren, nicht als klassische Korrektur.

Zwischen Angst und Kaufgelegenheit

Der Crypto Fear & Greed Index notierte laut mehreren Berichten bei 37 Punkten und signalisiert damit Angst unter Marktteilnehmern. Gleichzeitig meldeten mehrere Quellen ein gegenläufiges Bild bei den großen Adressen: Wale mit Beständen zwischen 100.000 und 100 Millionen XRP kauften laut AOL bereits die fünfte Woche in Folge zu und bauten ihre Position um rund 2,8 Prozent beziehungsweise etwa 600 Millionen XRP im Wert von rund 700 Millionen US-Dollar aus. Sie halten damit inzwischen etwa 22,35 Milliarden XRP. Parallel dazu sanken die XRP-Reserven auf den Handelsplätzen von Binance auf ein Fünf-Monats-Tief, während Privatanleger laut WalletInvestor.com in dieser Phase eher verkauften. Der Krypto-Investor Oliver Michel, Geschäftsführer der Tokentus Investment, hatte zuvor auf Der Aktionär TV einen möglichen Rutsch von XRP unter die Marke von einem US-Dollar für denkbar gehalten. Aktuell notiert der Kurs mit einem Abstand von 8,70 Prozent noch über dem 52-Wochen-Tief von 1,01 US-Dollar, das am 26. Juni 2026 markiert wurde – die Nähe zu dieser Marke unterstreicht, wie nervös der Markt derzeit reagiert.

CLARITY Act bleibt größte Unsicherheit

Politisch hängt viel am US-Krypto-Regelwerk CLARITY Act, das laut CoinEdition an einer neuen Ethik-Hürde im Senat hängt. Senatorin Cynthia Lummis nannte die Ethikbestimmungen das größte Hindernis für eine Verabschiedung und warf den Demokraten vor, von Präsident Trump „ein Pfund Fleisch“ zu verlangen. Mehrere demokratische Senatoren, darunter Alsobrooks, Booker, Cortez Masto und Gallego, lehnen den aktuellen Entwurf ab, weil ihnen die Durchsetzungsmöglichkeiten für Bundesstaatsanwälte fehlen. Ripple-CEO Brad Garlinghouse appellierte an den Kongress, das Gesetz trotz offener Punkte zu verabschieden: „Perfektion darf nicht der Feind des Guten sein.“ Ripple-Rechtschef Stuart Alderoty bezeichnete das Vorhaben als Verbraucherschutzgesetz mit Anti-Geldwäsche-Vorgaben. Die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung des Gesetzes im Jahr 2026 liegt laut Berichten unter 40 Prozent, da für eine Abstimmung 60 Senatsstimmen nötig sind. Der Analyst Vincent Van Code sieht im Clarity Act zwar Potenzial, die institutionelle Adoption von XRP zu beschleunigen, erwartet aber keinen direkten Preiseffekt, solange kein Bundesgesetz Klarheit über das Urteil im Fall SEC gegen Ripple aus dem Jahr 2023 schafft.

Ripple treibt RLUSD und KI-Nutzung voran

Abseits der politischen Debatte meldete Ripple eine strategische Investition in die Compliance-Firma Notabene, um den hauseigenen Stablecoin RLUSD stärker in Unternehmenszahlungen zu verankern. Notabene bietet Infrastruktur für die sogenannte Travel Rule und soll RLUSD, das seit Ende 2024 im Einsatz ist, gezielt für institutionelle Zahlungsnetzwerke erschließen. Finanzielle Details der Beteiligung wurden nicht offengelegt. Zusätzlich meldete RippleX einen technischen Meilenstein: Über eine Million KI-gestützte, sogenannte agentische Transaktionen wurden auf dem XRP Ledger abgewickelt. RippleX-Chefingenieur Ayo Akinyele rechnet in naher Zukunft mit zehn Millionen und langfristig mit bis zu 100 Millionen solcher Transaktionen. Trotz dieser fundamentalen Fortschritte bleibt der Kurs vorerst von der geopolitischen Großwetterlage und dem Ausgang der Senatsverhandlungen zum CLARITY Act abhängig, die vor der US-Sommerpause im August entschieden werden müssen.