Neue Partnerschaften, alte Kursschwäche: Bei XRP laufen operative Fortschritte und Kursentwicklung gerade in entgegengesetzte Richtungen. Während Ripple mit einem Startup-Accelerator in Hongkong und einer Spendenaktion zum US-Nationalfeiertag neue Schlagzeilen liefert, bleibt der Token unter Druck.
Brinc-Partnerschaft startet in Hongkong
Ripple hat am 4. Juli gemeinsam mit dem Unternehmen Brinc einen Accelerator für Startups auf der XRP Ledger gestartet. Das Programm reiht sich in eine Serie von Infrastruktur-Initiativen aus diesem Jahr ein. Ripple will XRP damit über die reine Handelsspekulation hinaus als Nutz-Token etablieren.
Spendenaktion für Veteranen zum 250. Unabhängigkeitstag
Parallel zur Accelerator-Ankündigung startete Ripple eine Spendenaktion anlässlich des 250. Unabhängigkeitstags der USA. Das Unternehmen schloss sich der Organisation Call of Duty Endowment an. Sie unterstützt Veteranen nach ihrem Militärdienst bei der Jobsuche.
Die Organisation hat bereits mehr als 165.000 Veteranen vermittelt. Bis 2030 will sie insgesamt 200.000 Jobs schaffen. Ripple beteiligt sich dafür an der „Giving4th“-Initiative, die den Unabhängigkeitstag zu einem landesweiten Spendentag machen will.
Spender können Bargeld, Aktien oder Kryptowährungen einsetzen, darunter XRP und den hauseigenen Stablecoin RLUSD. Ripple verdoppelt eingehende Spenden bis zu einer Summe von 10.000 US-Dollar. Die Aktion unterstreicht den Anspruch des Unternehmens, XRP und RLUSD als reale Zahlungsmittel zu positionieren.
Kalifornien-Frist verstreicht ohne Folgen
Am 1. Juli lief in Kalifornien die Compliance-Frist des Digital Financial Assets Law aus. Marktbeobachter hatten das Gesetz als mögliche Reibungsquelle für Ripple eingestuft. Der Konzern zählt schließlich zu den größten Blockchain-Unternehmen der USA.
Gemeldete Durchsetzungsmaßnahmen gegen Ripple gab es keine. Für das Unternehmen fällt damit ein kurzfristiger Unsicherheitsfaktor weg.
ETF-Zuflüsse halten an
Institutionelles Geld fließt weiter in XRP-Produkte. US-Spot-ETFs auf XRP verzeichneten am 2. Juli Nettozuflüsse von 6,55 Millionen US-Dollar. Es war bereits die achte positive Woche in Folge, das verwaltete Vermögen liegt inzwischen bei rund 988 Millionen US-Dollar.
Auf der Blockchain selbst zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Zahl aktiver Wallets stieg um 72 Prozent, während die Bestände auf Handelsplätzen sanken. Das deutet eher auf Akkumulation als auf Verkaufsdruck hin.
Kursbild bleibt angespannt
Trotz der operativen Fortschritte bestimmt weiterhin die Makro-Lage das Kursgeschehen. XRP notiert aktuell bei 1,09 US-Dollar, nach einem Plus von 3,25 Prozent am Freitag. Auf Wochensicht steht ein Gewinn von 4,24 Prozent zu Buche.
Die vergangenen 30 Tage bringen dagegen ein Minus von 10,11 Prozent. Seit Jahresbeginn hat XRP rund 42 Prozent verloren. Auf Sicht von zwölf Monaten sind es sogar 51,38 Prozent.
Zum bisherigen Jahreshoch von 3,65 US-Dollar aus dem Juli 2025 fehlen inzwischen mehr als 70 Prozent. Nach unten bleibt der Abstand dagegen gering: Zum 52-Wochen-Tief von 1,01 US-Dollar sind es nur 7,34 Prozent.
Der Kurs liegt zudem unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten. Zur 50-Tage-Linie bei 1,21 US-Dollar fehlen 10,51 Prozent, zum 200-Tage-Durchschnitt von 1,49 US-Dollar sogar 27,07 Prozent. Der RSI von 42,9 zeigt weder Überkauft- noch Überverkauft-Signale, die annualisierte Volatilität von 42,74 Prozent bleibt aber hoch.
Senat kehrt erst Mitte Juli zurück
Über allem schwebt weiterhin die regulatorische Frage rund um den CLARITY Act. Das Gesetz würde XRP als Ware einstufen. Der US-Senat ist bereits am 29. Juni in die Sommerpause gegangen und kehrt erst am 13. Juli zurück.
Eine Abstimmung im Plenum verschiebt sich damit frühestens auf Ende Juli. Wahrscheinlicher ist die erste Augustwoche. Ripples operative Ankündigungen dieser Woche laufen unabhängig vom Zeitplan in Washington weiter – die Expansion der XRP Ledger schreitet voran, während der Kurs auf regulatorische Klarheit wartet.
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