XRP notiert am Sonntag bei 1,40 US-Dollar und behauptet sich damit an einer Marke, die Analysten als entscheidend für die kurzfristige Richtung ansehen.
Nach einer heftigen Rallye von unter einem Dollar auf zwischenzeitlich 1,70 Dollar innerhalb weniger Tage konsolidiert die Kryptowährung nun in einer Zone zwischen 1,35 und 1,42 Dollar. Der Tagesgewinn von 1,2 Prozent täuscht über die Nervosität hinweg, die den Markt seit dem Rückschlag der vergangenen Woche begleitet.
ETF-Zuflüsse auf Rekordkurs
Während der Kurs schwankt, fließt institutionelles Kapital in bemerkenswertem Tempo in XRP-Produkte. In der Woche vom 24. bis 28. August verzeichneten die XRP-ETFs Nettozuflüsse von 110,49 Millionen Dollar – die stärkste Woche seit Dezember 2025. Die kumulierten Nettozuflüsse seit Auflage der Fonds kletterten damit auf ein Allzeithoch von 1,66 Milliarden Dollar.
Bitwise führt das Feld mit rund 600 Millionen Dollar verwaltetem Vermögen an, gefolgt von Canary mit 483 Millionen und Franklin Templeton mit knapp 463 Millionen Dollar. Das Vermögensverwaltungshaus Bitwise zog am Sonntag zusätzlich XRP im Wert von 15,4 Millionen Dollar aus dem Umlauf.
Diese Zuflüsse fallen in eine Phase, in der der Kurs auf technische Unterstützung testet. XRP nähert sich der 200-Wochen-EMA bei rund 1,37 Dollar, einer Marke, die charttechnisch orientierte Anleger als langfristigen Trendindikator beobachten.
Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 1,14 US-Dollar, XRP notiert damit rund 23 Prozent darüber – ein Zeichen, dass der kurzfristige Aufwärtstrend trotz der jüngsten Verluste intakt bleibt. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 29 Prozent zu Buche, während sich das Papier seit Jahresbeginn um 24 Prozent verbilligt hat.
Whale-Aktivität und gemischte Signale
Großanleger zeigen sich zuletzt aktiv: Ein Marktteilnehmer eröffnete eine gehebelte Long-Position im Volumen von 48 Millionen Dollar, während andere Wallets in den vergangenen Wochen mehrere hundert Millionen XRP akkumulierten.
Der Analyst Steph Is Crypto warnt hingegen vor Parallelen zu einem Muster aus dem Jahr 2022 und hält einen Rückgang unter die Marke von einem Dollar für möglich, sollte die Unterstützung bei 1,30 Dollar brechen. Der RSI von 65,6 signalisiert derweil noch keine Überhitzung, lässt aber wenig Spielraum nach oben, bevor technische Warnsignale einsetzen.
Politisches Umfeld bleibt Risikofaktor
Regulatorisch bleibt die Lage angespannt. Der Digital Asset Market Clarity Act, der die Aufsicht über Digitalwährungen zwischen SEC und CFTC klären soll, steht vor einer Abstimmung im US-Senat am 15. September. Die Erfolgsaussichten sind laut Prognosemarkt Polymarket von ursprünglich 82 Prozent im Februar auf inzwischen nur noch rund 14 Prozent gefallen.
Grund ist unter anderem ein Ethikstreit um Kryptogeschäfte von US-Präsident Trump. Community-Banken unter dem Dachverband ICBA lehnen zudem verzinste Stablecoins ab und warnen vor einem möglichen Abfluss von 1,3 Billionen Dollar an Einlagen aus dem klassischen Bankensystem.
Auf Unternehmensseite treibt Ripple parallel die Diversifizierung voran: Der Stablecoin RLUSD überschritt am Wochenende erstmals eine Milliarde Dollar Umlauf auf dem XRP Ledger, während Ripple-Chef Brad Garlinghouse für 2026 eine Verdopplung des Konzernumsatzes in Aussicht stellt.
Für Anleger bleibt der 1,42-Dollar-Bereich die entscheidende Marke: Ein Tagesschluss darüber könnte laut charttechnischer Einschätzung den Weg zu Kurszielen um 1,66 Dollar öffnen, ein Rückfall unter 1,35 Dollar würde dagegen neue Verkaufsdruck-Szenarien nahelegen.
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