Auf der einen Seite fließen Milliarden in Krypto-Fonds. Auf der anderen Seite warnt ein gefährliches technisches Signal. Bei XRP prallen derzeit fundamentale Stärke und charttechnische Schwäche aufeinander.

XRP notiert aktuell bei 1,14 US-Dollar. Damit erholt sich der Token leicht von seinem 52-Wochen-Tief bei 1,01 Dollar Ende Juni. Schwache US-Arbeitsmarktdaten stützen derzeit den breiten Kryptomarkt. Die Investmentbank Citigroup rechnet nun bereits für Oktober mit der ersten Zinssenkung der US-Notenbank. Das weckt den Risikoappetit der Anleger.

Charttechnische Hürden

Der jüngste Preisanstieg stößt schnell an Grenzen. Analysten sehen massiven Widerstand im Bereich der 50-Tage-Linie bei 1,20 US-Dollar. Händler fürchten in dieser Zone ein mittelfristiges Verkaufssignal. Ein kurzfristiges Kaufsignal von Anfang Juli verliert bereits wieder an Wirkung. Der langfristige Trend zeigt ohnehin weiter abwärts. Die Bilanz seit Jahresbeginn steht bei einem satten Minus von 39 Prozent.

Milliarden-Zuflüsse stützen

Das Netzwerk wächst derweil. An einem einzigen Tag entstanden zuletzt knapp 5.000 neue Wallets. Institutionelle Investoren greifen ebenfalls zu. Amerikanische Spot-ETFs auf den Token verwalten mittlerweile rund eine Milliarde US-Dollar. Sie kauften seit dem Start der Fonds massiv Bestände auf. Das erzeugt kontinuierlichen Kaufdruck.

Zusätzliche Dynamik liefert der hauseigene Stablecoin RLUSD. Die Verteilung der Token verschiebt sich spürbar. Aktuell liegen 810 Millionen US-Dollar auf dem XRP-Ledger. Damit überholt das Netzwerk die konkurrierende Ethereum-Blockchain. Das Signal: Die On-Chain-Aktivität bei Ripple nimmt deutlich zu.

Der nächste Impulsgeber steht bereits fest. Am 14. Juli veröffentlichen die USA neue Inflationsdaten. Fällt die Teuerung geringer aus als erwartet, dürfte das die Fantasie für fallende Zinsen weiter anheizen. Bis dahin bleibt der technische Widerstand bei 1,20 US-Dollar die harte Decke für den Token.