Ripple baut seine Präsenz in Europa massiv aus. Auch technologisch meldet das Netzwerk Fortschritte. Am Markt verpuffen diese positiven Nachrichten allerdings. Die Anleger reagieren zurückhaltend. Zeitweise steht der Handel mit XRP-Fonds komplett still. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt ein geteiltes Bild.

Meilenstein in Luxemburg

Am 6. Juli 2026 hat die luxemburgische Finanzaufsicht eine wichtige Entscheidung getroffen. Ripple erhielt die vollständige MiCA-Lizenz als Krypto-Dienstleister. Damit erfüllt das Unternehmen die Vorgaben in allen 30 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums.

Die neue Erlaubnis ergänzt die bereits bestehende Zulassung als E-Geld-Institut. Ripple schafft so ein stabiles rechtliches Fundament für künftiges Wachstum.

Ledger-Update und Token-Boom

Parallel dazu läuft ein wichtiges technisches Update. Die Version 3.2.0 des XRP-Ledgers sicherte sich kürzlich die Zustimmung von 55 Prozent der Validatoren. Ein erfolgreiches Audit des Leihprotokolls stärkt das Vertrauen in das Netzwerk zusätzlich.

Abseits der Technik wächst das Ökosystem rasant. Die Anlagegesellschaft Evernorth meldete fast vier Milliarden Dollar an tokenisierten Vermögenswerten. Diese sogenannten Real World Assets laufen über das XRP-Netzwerk.

Die Vermögenswerte verteilen sich auf gut 500 verschiedene Produkte. Das Volumen ist damit viermal so groß wie der gesamte Markt für XRP-ETFs. Hinzu kommt eine neue Partnerschaft. Ripple trat kürzlich dem Open-USD-Konsortium bei.

Fonds im Leerlauf

Trotz dieser operativen Fortschritte geriet der ETF-Handel am 7. Juli komplett ins Stocken. Die XRP-Fonds verzeichneten null Dollar an Zuflüssen. Ein seltenes Ereignis. Zuletzt trat dieses Phänomen Ende Juni auf.

Die Krypto-Konkurrenz glänzte derweil. Bitcoin-Fonds sammelten zeitgleich gut 21 Millionen Dollar ein. Die Ethereum-ETFs verbuchten sogar fast 27 Millionen Dollar an neuem Kapital.

Die aktuelle Flaute an der Börse spiegelt sich im Kurs wider. Aktuell notiert XRP nahe dem Jahrestief bei 1,08 US-Dollar. Seit Jahresbeginn brach der Wert um rund 42 Prozent ein. Vom 52-Wochen-Hoch bei 3,65 Dollar ist die Kryptowährung extrem weit entfernt.

Marktbeobachter warten nun auf konkrete Vollzüge statt auf Ankündigungen. Damit das neue Ledger-Update startet, fehlen dem Netzwerk noch Stimmen. Die Validatoren müssen die Marke von 80 Prozent für zwei volle Wochen halten. Fällt diese Hürde, liefert das Netzwerk handfeste technische Neuerungen.