Ripple expandiert in zwei wichtige Märkte gleichzeitig — Japan und Europa. Der XRP-Kurs reagiert darauf nicht. Er notiert bei rund 1,04 US-Dollar und hat seit Jahresbeginn mehr als 44 Prozent verloren.
RLUSD startet in Japan
Am 24. Juni 2026 ging Ripples Dollar-Stablecoin RLUSD in Japan live. Die japanische Finanzaufsicht JFSA hatte zuvor grünes Licht gegeben. RLUSD ist damit einer der ersten ausländischen Stablecoins, der unter Japans überarbeitetem Zahlungsdienstleistungsgesetz operiert — das Land erkennt ausländische Stablecoins nun offiziell als Zahlungsmittel an.
Der Vertrieb läuft über SBI VC Trade, eine Tochter von SBI Holdings. Transaktionen sind auf rund eine Million Yen begrenzt, umgerechnet etwa 6.200 Dollar. Aktuell unterstützt die japanische Version nur die Ethereum-basierte Variante von RLUSD. Eine native Ausgabe über das XRP Ledger folgt vorerst nicht.
Einen Tag nach dem RLUSD-Start meldete SBI Holdings eine weitere Weichenstellung. Der Konzern übernimmt Bitbank, eine der größten japanischen Kryptobörsen, für umgerechnet rund 289 Millionen Dollar. Das kombinierte Unternehmen käme auf knapp 2,92 Millionen Konten und rund 6,8 Milliarden Dollar an verwalteten Vermögenswerten.
MiCA-Lizenz für Europa
Parallel dazu erhielt Ripple am 23. Juni 2026 eine vorläufige Zulassung als Crypto Asset Service Provider in Luxemburg. Die Aufsichtsbehörde CSSF erteilte das sogenannte Green Light Letter im Rahmen der EU-Kryptomarktverordnung MiCA. Mit einer vollständigen Genehmigung kann Ripple regulierte Krypto-Dienstleistungen in allen 30 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums anbieten.
Kombiniert mit der bereits bestehenden EU-Lizenz als E-Geld-Institut entsteht damit ein einheitlicher regulatorischer Zugang für europäische Banken und Fintechs. Ripple hält weltweit inzwischen über 75 Lizenzen.
Kurs bleibt unter Druck
Die regulatorischen Fortschritte hinterlassen am Markt kaum Spuren. XRP notiert knapp über dem 52-Wochen-Tief von 1,01 Dollar, das erst am 26. Juni markiert wurde. Der RSI liegt bei rund 31 — technisch im überverkauften Bereich.
Institutionelles Interesse ist dennoch messbar. Spot-ETFs auf XRP verzeichneten allein am 26. Juni Nettozuflüsse von rund 15,6 Millionen Dollar. Seit ihrem Start im November 2025 haben diese Produkte kumuliert etwa 1,47 Milliarden Dollar eingesammelt. Über 900 Millionen XRP-Token liegen inzwischen in ETF-Verwahrung — Angebot, das dem freien Markt entzogen ist.
Ob das ausreicht, um den Abwärtstrend zu stoppen, hängt wesentlich davon ab, ob Ripples Lizenzfortschritte in Japan und Europa konkrete Transaktionsvolumen generieren. Die nächste Bewährungsprobe liefern die Nutzungsdaten aus dem japanischen RLUSD-Betrieb — erwartet in den kommenden Wochen.
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