Starke Nachfrage, plötzliche Kursstürze. Der Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF 1C durchläuft eine turbulente Phase. Ein enttäuschender Ausblick von Broadcom rasierte kürzlich Milliarden an Börsenwert im Halbleitersektor. Das drückte den ETF auf einen Kurs von 195,82 Euro.
Der Broadcom-Schock
Am 5. Juni 2026 erlebte die KI-Fantasie einen harten Stresstest. Broadcom verfehlte mit seiner Umsatzprognose für KI-Chips die Erwartungen der Analysten. Die Folge: Ein massiver Abverkauf. An nur einem Handelstag verlor der globale Chip-Sektor über 1,3 Billionen US-Dollar an Marktkapitalisierung.
Das traf die Kernpositionen des ETFs direkt. Nvidia und AMD gaben deutlich nach. Besonders schwer wog der Einbruch bei den südkoreanischen Schwergewichten. Samsung Electronics und SK Hynix verloren massiv an Wert. Beide gehören zu den größten Positionen des Fonds.
Auch Micron Technology verbuchte zeitweise zweistellige prozentuale Verluste. Der gesamte Philadelphia Semiconductor Index stürzte um über zehn Prozent ab. Ein derartiger Einbruch passierte zuletzt während der Pandemie im März 2020.
Rückenwind durch Marvell
Mitten in dieser Unruhe liefert eine andere ETF-Position neue Impulse. Marvell Technology steigt Ende Juni in den S&P 500 auf. Die Aktie sprang nach der Ankündigung um mehr als zehn Prozent nach oben.
Der Netzwerkspezialist profitiert enorm vom Ausbau der KI-Infrastruktur. Nvidia-Chef Jensen Huang traut dem Unternehmen sogar eine Marktkapitalisierung von einer Billion Dollar zu. Der Aufstieg in den Leitindex bringt nun einen technischen Vorteil. Passive Indexfonds müssen die Aktie kaufen.
Fundamentale Stärke bleibt
Inzwischen stabilisiert sich der Markt wieder. Micron machte einen Großteil seiner Verluste rasch wett. Trotz des jüngsten Rücksetzers von fast neun Prozent auf Wochensicht steht der ETF glänzend da. Seit Jahresbeginn verbucht der Fonds ein Plus von gut 26 Prozent.
Auf Sicht von zwölf Monaten beläuft sich der Gewinn sogar auf 47 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief bei 131,86 Euro bleibt gewaltig. Die strukturelle Nachfrage nach KI-Hardware treibt den Sektor weiter an. Kurzfristige Schwankungen durch verfehlte Prognosen gehören auf diesem hohen Niveau schlicht zum Alltag.
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