Der Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1C markierte am Donnerstag ein neues 52-Wochen-Hoch bei 149,47 Euro. Der Tagesgewinn betrug 0,04 Prozent. Der Fonds profitiert direkt von der geldpolitischen Wende der Europäischen Zentralbank.

EZB hob die Leitzinsen an

Die Europäische Zentralbank erhöhte am 11. Juni ihren Einlagensatz auf 2,25 Prozent. Es war der erste Zinsschritt seit September 2023 nach sieben Sitzungen ohne Veränderung. Der Hauptrefinanzierungssatz liegt nun bei 2,40 Prozent, der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent.

Der ETF bildet den Solactive €STR +8.5 Daily Index ab. Dieser spiegelt die Verzinsung eines Kontos wider, das den Euro-Kurzfristzins zuzüglich eines Aufschlags erhält. Die jüngste EZB-Entscheidung stützt die Wertentwicklung des Fonds direkt.

Die Seitwärtsbewegung der Vorquartale ist damit beendet. Über zwölf Monate legte der ETF um 1,99 Prozent zu. Seit Jahresbeginn stehen 0,90 Prozent Plus zu Buche.

Inflation bleibt das Treiberthema

Die EZB hob ihre Inflationsprognosen an. Für 2026 erwartet sie nun eine durchschnittliche Teuerung von 3,0 Prozent, für 2027 von 2,3 Prozent. Steigende Energiepreise und geopolitische Spannungen befeuern den Preisdruck.

Ein großer Teil der Analysten rechnet mit einer weiteren Zinserhöhung im dritten Quartal 2026. Ein Schritt von 25 Basispunkten gilt als wahrscheinlich.

Sollte die EZB nachlegen, bliebe das Umfeld für den Geldmarkt-ETF günstig. Der Fonds mit Sitz in Luxemburg setzt auf eine synthetische Replikation über Swaps. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,10 Prozent pro Jahr. Damit gehört er zu den günstigsten Vehikeln für den Zugang zu kurzen Euro-Zinsen.

Der RSI von 84,1 signalisiert eine überkaufte Situation. Die Volatilität bleibt mit 0,19 Prozent extrem niedrig. Für Anleger stellt sich die Frage, wie lange die Rally noch trägt – solange die Inflation hoch bleibt, dürfte der Aufwärtstrend intakt sein.