Fortinets Ergebnisse haben gestern auch Zscaler belastet. Das langsamere Wachstum der Produkterlöse beim Wettbewerber verunsicherte Anleger im Cybersicherheitssektor. Damit rückte für Zscaler ein branchenweiter Risikofaktor in den Vordergrund, während das Unternehmen seine Sicherheitsfunktionen für KI-Agenten ausbaut. Für Anleger gilt es, diese beiden Entwicklungen auseinanderzuhalten.

Wettbewerberzahlen setzen den Maßstab

Reuters berichtete gestern über einen vorbörslichen Rückgang von Zscaler um 5,8%. Auch andere Cybersicherheitswerte gerieten nach Fortinets Ergebnissen unter Druck. Der Auslöser der Verkaufsbewegung lag damit bei einem Wettbewerber.

Die Reaktion verdeutlicht, wie stark die Bewertung einzelner Anbieter von der Stimmung gegenüber dem gesamten Sektor abhängen kann. Schwächere Wachstumsimpulse bei Fortinet sind allerdings nicht mit einer entsprechenden Geschäftsentwicklung bei Zscaler gleichzusetzen.

Für die Einordnung des Rücksetzers ist diese Unterscheidung entscheidend: Eine sektorweite Neubewertung und eine unternehmensspezifische Verschlechterung sind unterschiedliche Sachverhalte.

Analysten setzen unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe

Freedom-Broker-Analyst Almas Almaganbetov erhöhte am 22. Oktober sein Kursziel für Zscaler von 230 $ auf 270 $. Die Kaufempfehlung behielt er nach dem Investorentag des Unternehmens bei.

Diese Einschätzung setzt einen positiven Gegenpunkt zum jüngsten Sektordruck. Sie ist jedoch eine Bewertung des Analysten und keine Zusage für die weitere Kursentwicklung. Zudem fällt die Einschätzung anderer Beobachter vorsichtiger aus.

Rudy Kessinger von D.A. Davidson nahm die Beobachtung von Zscaler am 20. Oktober mit einer neutralen Empfehlung auf. Sein Kursziel betrug 215 $.

Die beiden Urteile zeigen unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe. Während Freedom Broker nach dem Investorentag mehr Potenzial ansetzte, wählte D.A. Davidson beim Beobachtungsstart eine zurückhaltendere Position. Eine einheitliche Kaufthese lässt sich daraus nicht ableiten.

KI-Agenten als unternehmensspezifischer Ansatzpunkt

Zscaler kündigte am 21. Oktober die Unterstützung von NVIDIAs OpenShell-Referenzarchitektur für sichere KI-Agenten an. Nach Unternehmensangaben erweitert Zscaler Security for AI die Kontrollen über Unternehmenszugänge, Datenschutz und Sicherheitsoperationen hinweg.

Damit adressiert Zscaler Sicherheitsfragen beim Einsatz von KI-Agenten. Die Ankündigung beschreibt einen konkreten technologischen Ansatz, belegt für sich genommen aber noch keinen finanziellen Erfolg.

Für Anleger stehen somit zwei Ebenen nebeneinander: Fortinets Ergebnisse belasten die Branchenstimmung, während Zscaler sein eigenes KI-Sicherheitsangebot weiterentwickelt. Die zentrale Frage ist, ob dieser Ausbau die unterschiedlichen Wachstumserwartungen der Analysten künftig durch Geschäftsergebnisse untermauern kann. Der sektorweite Kursdruck allein beantwortet sie nicht.