Mit dem vollzogenen Zukauf des Spezialversicherers Beazley stellt die Zurich Insurance Group die Weichen für einen deutlichen Ausbau ihres ertragsstarken Spezialgeschäfts. Der Schweizer Versicherungskonzern verknüpft die Übernahme mit ambitionierten operativen und finanziellen Zielen, die das Wachstum in den kommenden Jahren maßgeblich stützen sollen.
Beazley wird künftig in den Geschäftsbereich Zurich Global Specialty integriert. Zurich beziffert die erwarteten zusätzlichen jährlichen Erlöse aus dem Zusammenschluss bis zum Jahr 2029 auf über USD 1 Mrd. Gleichzeitig peilt das Management jährliche Kosteneinsparungen von mindestens USD 150 Mio. an.
Über die operativen Ergebnisbeiträge hinaus stellt der Konzern innerhalb der ersten zwei Jahre nach Vollzug eine einmalige Kapitalfreisetzung von mindestens USD 1 Mrd. in Aussicht.
Terryn übernimmt Führung der Spezialeinheit
Parallel zum Vollzug der Akquisition regelte der Konzern die personelle Führung der Sparte. Kristof Terryn wurde zum CEO von Beazley sowie von Zurich Global Specialty ernannt. Seine Ernennung erfolgt vorbehaltlich der ausstehenden behördlichen Genehmigung. Im Zuge des Stabwechsels scheidet der bisherige Beazley-Chef Adrian Cox aus dem Unternehmen aus.
Mit dieser Neuaufstellung will Zurich das Spezialversicherungsgeschäft straff bündeln und die Integration ohne Verzögerungen vorantreiben. Die personelle Kontinuität in der Leitung des kombinierten Bereichs soll gewährleisten, dass die avisierten Erlös- und Kostenziele wie geplant erreicht werden.
Abschluss über gerichtlich genehmigten Plan
Der Zusammenschluss wurde über ein gerichtlich genehmigtes Scheme of Arrangement vollzogen, das am Donnerstag wirksam wurde. Den Aktionären von Beazley stehen im Rahmen der Transaktion 1.310 Pence je Aktie zu. Die finanzielle Abwicklung der Übernahme soll spätestens am 15. Oktober erfolgen.
Am Aktienmarkt verbuchte der Schweizer Versicherungstitel zum Wochenausklang Kursgewinne. Das Papier ging am Freitag mit einem Plus von 1,9 Prozent bei 615,80 Euro aus dem Handel.
Trotz dieser Erholung notiert die Aktie weiterhin 9,4 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 679,40 Euro. Im Fokus der Marktteilnehmer steht nun, wie rasch Zurich die Integration operativ umsetzt und ob die angestrebten Synergien im geplanten Zeitrahmen realisiert werden können.
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