Diese zwei Trading-Mythen solltest Du kennen

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Trading hat immer etwas mit Individualität zu tun. Das heisst, am Ende des Tages muss der Trader gemäß seinen eigenen, persönlichen Präferenzen eine Strategie aufbauen. Ein paar Pauschalaussagen möchte ich daher entkräften und zwei Trading-Mythen aufdecken.

Präferenzen und Voraussetzungen

Zu den Präferenzen gehören allerdings nicht nur Dinge, wie etwa Vorlieben. Daytrading, Swing-Trading oder dergleichen. Sondern die besonderen Lebensumstände. Es beginnt schon bei der verfügbaren Zeit. Diese Komponente dürfte sich z.B. zwischen Single- und Familienhaushalten deutlich unterscheiden. Es ist daher naheliegend, dass z.B. erstere mehr dem Daytrading zugeneigt sind als letztere.

Dennoch gibt es immer wieder Pauschalaussagen das Trading betreffend, die vielleicht auf den individuellen Rahmen des jeweiligen Händlers passen, der sie trifft. Doch wirklich logisch als allgemeingültige Aussage erscheinen sie meiner Meinung nach nicht. Zwei von diesen habe ich herausgepickt und will sie auf meine Weise widerlegen. Manchmal lässt sich natürlich auch mein individueller Einfluss hier nicht vermeiden, aber ich will dabei ja nicht meine Aussagen für pauschal richtig erklären, sondern nur klar machen, dass die anderen Aussagen es eben auch nicht sind.

Fundamentalanalyse hat einen Vorteil zur technischen Analyse

Manche werden jetzt gelangweilt mit den Augen rollen. Nicht schon wieder ein Vergleich zwischen der fundamentalen und technischen Analyse. Keine Sorge es geht hier nicht um reine Theorie. Es fällt mir insbesondere bei Twitter, wo ich am meisten unterwegs bin mittlerweile sehr oft auf, dass gerade Fundamental-Analysten wenig von der Charttechnik halten. Zumindest werden immer wieder Pro- und Contras aufgestellt, die sich nicht wirklich vergleichen lassen.

Ich will nicht behaupten, dass sich fundamentale Daten für das kurz- bis mittelfristige Trading nicht gut nutzen lassen. Betrachten wir das Ganze allerdings wieder durch die individuelle Brille. Unsere Umstände beeinflussen unsere psychologische Fähigkeit mit einer laufenden Position umzugehen. Jede noch so gute Information, fundamental oder technisch, wird einem wenig nutzen, wenn sie auf der psychologischen Ebene nicht gut zu uns passt.

Das gilt allerdings für Informationen allgemein. Habe ich keine Zeit mich jeden Morgen akribisch mit einem Daytrading-Plan zu beschäftigen und die Price Action zu beobachten, wird der Erfolg lange auf sich warten lassen. Möglicherweise so lange bis ich beginne, den von anderen erlernten Daytrading-Plan vollkommen auf meine eigenen Umstände umzustülpen und nicht mich selbst an den Plan anzupassen.

Und genau das ist der Grund, warum die Pauschalaussage, die fundamentale Analyse wäre der technischen überlegen, eben so pauschal nicht gelten kann. Denn es kommt immer drauf an, welche Möglichkeiten ich habe, diese Informationen zu nutzen.

Meine persönliche Erfahrung hat mir zudem gezeigt, dass zu den persönlichen Umständen auch so etwas wie die Fähigkeit, sich einem gewissen Bias zu entziehen, gehört. Das ist wichtig, um auf Veränderungen reagieren zu können. Fundamentale Daten basieren aber nun mal größtenteils auf Schätzungen, Annahmen und Prognosen. Wir wissen nie, wie viel von diesen Daten in den Preisen bereits drin ist.

Betrachten wir das mal durch die Brille eines klassischen Risiko-Managers in einem Unternehmen. Jeder Faktor, der eine Unsicherheit mit sich bringt, wird als zusätzliches Risiko betrachtet. Vor allem, wenn dieser Faktor keinen direkten kausalen Zusammenhang zum Preis aufweist. Komischerweise wird diese Tatsache beim Trading von einigen völlig ausgeblendet.

Mehr noch wird angenommen, dass vage Informationen, Informationen sind, die einen Edge bringen. Meiner Meinung nach bringen sie nicht selten eine zusätzliche Unsicherheit mit sich und sorgen dafür, dass die oben genannte Fähigkeit, sich einem starken Bias zu entziehen, geringer ausfällt.

Um das noch mal zu vertiefen. Alle Informationen haben das Risiko einen Bias entstehen zu lassen. Auch der Preis selbst. Je länger wir uns in einer Position befinden, umso mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, sich von den Preisfluktuationen beeinflussen zu lassen.

Vielleicht hast Du auch schon mal die Geduld verloren, während Deine Position sich zwar im Plus befand, aber eine zwischenzeitige Konsolidierung zog sich so lange hin, dass Du im Verlauf immer unsicherer wurdest, ob es tatsächlich noch weiter im Trend geht?

Und jetzt stell Dir vor, Du musst nicht nur auf die Preisfluktuationen achten, sondern auch auf vage Aussagen von Unternehmen, Notenbanken, Regierungen, Nachrichten-Kanälen und sozialen Medien. Ich weiss nicht, wie es Dir geht, aber ich kann da beim besten Willen keinen wirklichen Trading-Edge erkennen. Und wir haben gesehen, wie krass sich die meisten Fundamental-Analysten in diesem Jahr geirrt haben, was die Aktienmarkt-Erholung angeht.

Mythos 2: Der Entry ist nicht wichtig

An diese Aussage habe ich ebenfalls lange selbst geglaubt. Umso wichtiger ist es für mich diese hier aufzunehmen. Es ist eigentlich einfach. Wir Trader brauchen für den langfristigen Erfolg eine für uns sprechende statistische, höhere Wahrscheinlichkeit.

Und diese kommt so zu Stande, dass wir im Rahmen unserer Erfolgstrades eben mehr oder mindestens genau so viel an Gewinn pro Trade verbuchen sollten, wie im Falle eines Verlustes. Stichwort Chancen-Risiko-Verhältnis. Nur dann können lange Verlustphasen umschifft werden.

Genau dieser überaus wichtige Faktor für den langfristigen Erfolg hängt jedoch stark davon ab, wo wir in den Trade einsteigen. Achten wir nicht auf den guten Entry, wird unser Stop Loss entweder:

  1. Zu weit entfernt liegen, weil die wichtigen Marken bereits zu weit weg liegen. Damit steigt das Risiko, dass wir uns eher früher als später selbst ins Aus schießen. Die Verluste werden größer ausfallen als die Gewinne.
  2. Oder er liegt zu eng noch vor wichtigen Marken, weil wir nur den monetären Verlust im Sinn haben. Dies führt dazu, dass die Anzahl der Verlusttrades unweigerlich steigt.

Es gibt eine andere allgemeingültige Aussage, die diese, berechtigterweise muss man sagen, widerlegt. „Kaufe bei niedrigen Preisen und verkaufe bei hohen Preisen“. Ich habe im Laufe der Zeit gemerkt, dass das auch auf der sehr kurzfristigen Ebene funktioniert. Deshalb kaufe ich mich in einen Long-Trade meistens bei fallenden Preisen, aber an wichtigen Marken, ein und bei Short-Trader entsprechend umgekehrt.

Du würdest nicht glauben, wie viel solch ein Entry aus Sicht des eingegangenen Risikos und dem Gewinnpotential in sich birgt. Genaugenommen war dies lange Zeit sogar der fehlende Erfolgsfaktor für mein eigenes Trading. Ich kann daher die Aussage, „der Entry wäre nicht wichtig“, absolut nicht nachvollziehen. Es ist noch nicht einmal eine individuelle Sache, sondern eine rein statistische, die hier betrachtet und trotzdem von einigen völlig außer Acht gelassen wird.

Mein Fazit zu den zwei Trading-Mythen

Es kursieren so einige Pauschalaussagen das Trading betreffend im World Wide Web. Oft sorgen sie allerdings weniger für Klarheit, sogar nicht selten für Falschinformation. Der Grund ist, dass sie irgendwann von einem Trader aufgestellt worden sind und im Laufe der Zeit von anderen Tradern, vor allem solchen, die selbst nicht erfolgreich werden konnten, weiter gegeben.

Sie hätten aber vielleicht erfolgreiche werden können, wenn man einigen Aussagen aus einer anderen Perspektive begegnet wäre. Am Ende ist es der individuelle Faktor, der darüber entscheidet, ob ein gewisser strategischer Ansatz etwas für Dich ist oder nicht. Somit auch ob die getroffene Aussage zutrifft oder nicht. Darüber hinaus halten einige Aussagen noch nicht einmal einer gewissen, trading-bezogenen Logik stand, siehe Z.B. den anscheinend nicht wichtigen Entry.

Wenn Du Interesse hast, diese Themen zu vertiefen oder einfach Lust hast, meinen strategischen Daytrading-Ansatz kennen zu lernen, melde dich doch einfach zu dem regelmäßigen, kostenfreien Webinar, das ich jeden Donnerstag halte, an. Hier geht es zur Webinar-Anmeldung

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Dein David Iusow

David Iusow
Über David Iusow 19 Artikel
David Iusow ist zurzeit als Markt Analyst bei DailyFX Deutschland tätig. Einem Tochterunternehmen der IG Group, die wiederum das weltweit größte Brokerhauses für CFDs und Aktien ist. Er bringt zehn Jahre an Handels- und Analyseerfahrung mit und führt zudem einen eigenen Blog. Seine Strategien basieren auf der Analyse der Charttechnik, Analyse der Intermarketbeziehungen sowie der Analyse der aktuellen fundamentalen News und Trends.
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