Gold – Ausblick auf das Jahr 2021

Goldpreis
Goldbarren
 

Es ist gelungen. Auch der Dezember im Jahr 2020 brachte dem Goldpreis ein ordentliches Kursplus. Damit setzt sich die Erfolgsgeschichte unserer jährlichen Trading-Idee zum Dezember fort. Doch nicht nur das Jahresende für 2020 wird im Gold spannend. Auch das Jahr 2021 könnte enorm wichtig für das Gold werden.

Das Coronavirus bestimmt weiterhin die Schlagzeilen. Neben Lockdown und der Stilllegung ganzer Branchen, kommt es auch zu unglaublichen Defiziten in den einzelnen Staaten. Mit gigantischen Konjunkturprogrammen versuchen die Staaten gegen einen Abschwung der Wirtschaft vorzugehen. Diese unglaubliche Geldschwemme lässt sich bereits sehr deutlich in den offiziellen Zahlen zu der Geldmenge ablesen. So wuchs die amerikanische Geldmenge M1 etwa seit Beginn des Jahres um unglaubliche 50 %!!

Doch anders als man unter diesen Umständen annehmen konnte, war das Jahr 2020 kein sehr außergewöhnliches Jahr für den Goldpreis. Nachdem es gerechtfertigterweise zur Mitte des Jahres 2020 deutlich nach oben ging, konnte das Gold diesen starken Zugewinn nicht weiter ausbauen. Am Ende war es erst der Dezember, der den Goldpreis wieder Unterstützung bieten konnte. Für die regelmäßigen Leser von Trading-Treff sorgte dieser Umstand für nette Kursgewinne durch den Gold-Trade zum Jahreswechsel.

Gold - Ausblick auf das Jahr 2021
Aufwärtstrend im Gold seit 2018

Doch was bedeutet eine weiterhin explodierende Geldmenge für die Zukunft des Goldes?

Die Geldmenge ist ein wichtiges Puzzleteil

Natürlich regelt am Ende des Tages nur ein einziger Umstand den Kurs von handelbaren Gütern. Nur Angebot und Nachfrage können freie Preise wirklich bestimmen und machen Kursprognosen damit zu den schwierigsten Dingen an den Märkten. Doch auch Angebot und Nachfrage werden durch äußere Umstände beeinflusst. Und genau hier spielt die Geldmenge eine sehr relevante Rolle. Denn wenn die Geldmenge M1 so deutlich wächst, wie sie es in den letzten Monaten getan hat, dann bedeutet das für den Goldpreis ein unterstützendes Element.

Exkurs Geldmenge M1

Die Geldmenge M1 gibt vereinfacht gesagt an, wie viel Geld von „Nichtbanken“, also von der Bevölkerung und den Unternehmen auf den kurzfristig verfügbaren Konten gehalten wird. Zusätzlich zählt Bargeld in die Geldmenge M1.

Je mehr Geld zur Verfügung steht, desto mehr Potenzial haben Anlagegüter für einen weiteren Kursanstieg. Doch nicht nur Anlagegüter könnten von dieser Geldschwemme profitieren. Denn auch die Konsumentenpreise dürften im Jahr 2021 auf die Beine kommen. Die von den Notenbanken so herbeigesehnte Inflation könnten nun endgültig auf die Beine kommen. Auch dieser Umstand spricht für Gold, vor allem wenn man bedenkt, dass den einzelnen Notenbanken, allen voran der EZB, gewisse Maßnahmen zur Bekämpfung von Preissteigerungen zu Beginn dieser inflationären Phase nicht zur Verfügung steht.

Auch die Zinsen sind ein Argument für Gold im Jahr 2021

Einer der wichtigsten Pfeile im Köcher der Zentralbanken im Kampf gegen eine deutliche Inflation ist der Zinssatz. Durch die Erhöhung der Zinsen werden Wirtschaftssubjekte wie die Konsumenten und Produzenten gebremst. Denn auf der einen Seite wird die Finanzierung vom Konsum verteuert und auf der anderen Seite werden Investitionen der Unternehmen unattraktiver.

Dieses Zusammenspiel ermöglichtet es historisch nicht selten, dem Schreckgespenst einer galoppierenden Inflation Einhalt zu gebieten. Doch anders als in anderen Situation in der Geschichte, dürfte es vor allem der Europäischen Zentralbank sehr schwer fallen, die Zinsen anzuheben. Nicht nur die zuletzt deutlich ausgeweiteten Defizite der einzelnen Staaten sind dabei ein Problem, denn auch schon vor Corona kämpften viele Länder innerhalb der Eurozone mit ihren Staatshaushalten. Und bei hoch verschuldeten Staaten spielt vor allem die Zinslast eine deutliche Rolle. Der EZB könnten damit vor allem zu Beginn einer möglichen Inflation die Hände gebunden sein. Und genau hier kommt ebenfalls Gold ins Spiel.

Neben einer Schutzfunktion vor Inflation, die positiv auf Gold wirken könnte, spricht vor allem das Argument der Erträge gegen eine Investition in Gold. In Zeiten von auskömmlichen Zinsen und Dividenden, ist Gold mit seinem „laufenden Ertrag von Null“ oftmals nur die zweite Wahl. Doch in Zeiten von Negativzinsen und einer aufflammenden Inflation, könnte der sonst existente Nachteil in die Gegenrichtung wirken. Vor allem dann, wenn die Wirtschaft weiterhin, durch die Folgen zur Bekämpfung des Virus, unter Druck steht und Dividenden damit auf den Prüfstand geraten.

Ausblick auf das Jahr 2021

Zusammenfassend kann man damit sagen, dass die Rahmenbedingungen für Edelmetalls und vor allem für das Gold weiterhin sehr gut bleiben. Die Idee der „Spekulation des Jahrzehnts“ bahnt sich damit weiterhin ihren Weg. Und neben den Notenbanken, die seit einiger Zeit das Gold wieder für sich entdeckt haben, kommen auch immer weitere Privatpersonen und sogar Firmen auf den Geschmack von Gold. Ohne politische Einflussnahme und Marktmanipulationen, dürften die Vorzeichen weiterhin für Gold sprechen. Die Rallye des Goldpreises, seit dem letzten Tiefpunkt des Jahres 2015, könnte kraftvoll weiterlaufen. Sowohl Geldmenge, wie auch die Zinsen am Kapitalmarkt lassen deutlich steigende Kurse zu.

Dennoch sollten die Augen der Investoren immer offen bleiben. Die Änderungen von Gesetzen und Regeln waren wohl selten in solch einer Geschwindigkeit und Ausprägung zu finden. Es wäre denkbar, dass auch Gold früher oder später in das Visier der Gesetzgebung kommt. Und auch wenn Gold vor sehr vielen Gefahren für die Ersparnisse schützen kann, ein Goldverbot würde die Rallye beenden und den Blick auf andere Edelmetalle wie Silber lenken.

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