Risiko Fixed Income und Income Strategien

Risiko Fixed Income und Income Strategien
Rendit-/Risikoprofil: Konkav vs. Konvex

Viele Anleger träumen davon, einen stetigen Einkommensfluss zu erhalten, der möglichst keinen Schwankungen unterliegt. Es ist einer der Hauptgründe für die Beliebtheit der Fixed Income Produkte, denn sie versprechen eine kalkulierbare Rendite. Ein Versprechen, bei dem leider eines außer acht gelassen wird, das Risiko selbst.

 

Fixed Income und Income Strategien & Produkte

Bevor wir uns dem speziellen Problem nähern, soll kurz aufgeführt werden, welche Produkte und Strategien zu dem Fixed Income und Income gezählt werden können. Fixed Income bedeutet, dass das Produkt über ein feste Auszahlungsfunktion verfügt.

Dazu zählen unteranderem:

  • Anleihen
  • Genussscheine
  • Geldmarktfonds
  • P2P Lending
  • Festgeld, Sparbuch, etc.

Kurz gesagt, es gehört jegliche Art von Zinsprodukten in diese Kategorie. Attraktiv erscheinen sie alle, da sie eine feste kalkulierbare Rendite versprechen.

Ein ähnliches Prinzip herrscht bei den Income Strategien vor, deren Ziel es ist, einen fixen Einkommensstrom zu generieren. Die Beliebtheit der Income Strategien kam erst mit dem Beginn der Null-Zinsphase, denn nach einigen Jahren der Zero Interest Rate Politicy / Negative Interest Rate Policy stieg der Druck, irgendwo Rendite zu generieren.

Dem Income Strategie Bereich können folgende Produkte und Strategien zugeordnet werden:

  • Option Income (Verkauf von Optionen => Prämien sammeln)
  • direkter Verkauf der Volatilität (den VIX trackende inverse Exchange Traded Products (XIV), direkter verkauf von VIX Futures)
  • Dividenden Strategie
  • Discount Zertifikate und andere, die in einer Seitwärtsphase eine Rendite erzielen
  • etc.

Mit den hier genannten Produkten oder Strategien können im Durchschnitt sehr attraktive Renditen erzielt werden. Jedoch muss einem bewusst sein, dass es sich hierbei um eine Wette handelt, die darauf abzielt, dass alles normal bleibt. Ihr Rendite / Risikoprofil ist eindeutig konkav und sie müssen deshalb dem Short Volatility Universum zugerechnet werden.

 

Die Verteilung der Renditen

Es wird in der Literatur und den Medien auf die Durchschnittrendite eingegangen. Beispiele wie, ein Anleger der 1998 in den Index A, Aktie B oder Produkt C investiert hat, konnte eine durchschnittliche Rendite p.a. in Höhe von X% erzielen, findet man zuhauf. Das führt jedoch in die Irre, denn es suggeriert eine gewisse Linearität, die es jedoch nicht gibt. Die Finanzmärkte sind nicht Bestandteil des Universums der Normalverteilung.

Die Finanzmärkte werden durch die Extreme bestimmt und nicht durch ihren Durchschnitt. Zur Verdeutlichung dieser Tatsache kann ein prägnantes Beispiel angeführt werden.

 

Der PROSHARES Short VIX Short Term ETP

SVXY Bar Wochen Chart: Alles Normal bis zum Volageddon

 

Investoren, die im Juni 2016 in den SVXY investiert haben, konnten sich bis Januar 2018 über eine Rendite in Höhe von +569% freuen. Man möchte meinen sie hätten alles richtig gemacht, doch dann kam dass dicke Ende, welches das gesamt Ergebnis maßgeblich beeinflusst hat. Das Volageddon Event, dass Anfang Februar 2018 stattfand, ist das Ereignis durch das jedwede Durchschnittsbetrachtung obsolet wird.

Nicht der Durchschnitt beherrscht diesen Chart, sondern ein einziges Extrem-Event drückt der gesamten Zeitreihe ihren Stempel auf. Dasselbe gilt für den Fixed Income Bereich, bei den Investoren, die in griechischen Staatsanleihen investiert waren, ein vergleichbares Ereignis erlebten. Dieses war zwar in seiner zeitlichen Ausdehnung länger, doch das Risiko welches offensichtlich wurde ist mit dem des SVXY vergleichbar. Einem langsamen und stetigen Einkommensstrom folgte die abrupte Pleite. Das offensichtlich stabile ist oft bis in seine letzte Faser hinein fragil.

Effektive Risikominderung eines Aktienportfolios

 

Merke: Je stabiler die Rendite wirkt, desto größer ist das Risiko (Risiko = Eintrittswahrscheinlichkeit kombiniert mit der Schadensgröße); z.B. ist eine hohe Sharp Ratio noch kein Ausweis für die Sicherheit einer Anlage. Die Wahrscheinlichkeit auf ein verheerendes Extrem-Event steigt sogar an, da hier oft Risiken in die Zukunft transferiert werden, um im Jetzt einen Gewinn ausweisen zu können. Es sind meist nur geborgte Gewinne, die irgendwann zurückgezahlt werden müssen!

Auch Festgeldanleger erlebten während der Finanzkrise wahre Alpträume. Daneben sind Ereignisse wie Prokon oder die erst letztens erfolgte P&R Pleite eine gute Lehrstunde zur Verdeutlichung der Risiken von Fixed Income Anlagen.

Gedanken zum Risiko bei der Geldanlage

 

Income nur mit Bedacht und ohne Gier

Insgesamt kann gesagt werden, dass Income und Fixed Income Strategien und Produkte ein erhebliches Risiko in sich tragen. Das soll jetzt nicht heißen, dass alles Scheiße ist, jedoch muss man sich der Risiken bewusst sein, um eine gute Entscheidung treffen zu können. Hier gilt wohl noch vielmehr, als in allen anderen Bereichen der Geldanlage, das Motto der Diversifikation und Risikokontrolle, damit das Ruin Risiko Umgangen werden kann.

Eine der sichersten Formen ist wohl noch ein Sparbuch bei der Sparkasse. Dieses bringt zwar keine Rendite, doch ein erhebliches Maß an Sicherheit und könnte in einem Portfolio als Gegenpool zum Risiko stehen, wie es in der Hantelstrategie vorgestellt wurde. Eine vergleichbare Herangehensweise zeige ich im wikifolio Musterdepot ANT1 FRAG seit dem Jahr 2013. Hier steckt ein Teil in Aktien die ein gewisses Potenzial versprechen und als Ausgleich wird eine hohe Cash Quote gehalten.

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