Vor- und Nachteile physischer Währungen

Finanzen und Währungen im Blick
Finanzen und Währungen im Blick
 

Physische Währungen gibt es schon sehr lange. In der Geschichte der Menschheit existierten unterschiedliche Ansätze und häufig gab es ausschließlich physische Währungen. Wenn Münzen geprägt wurden, dann gab es auch nur das Geld, das tatsächlich durch die entsprechende Stelle ausgegeben wurde. Beim Euro und fast allen anderen aktuell existierenden Währungen ist es anders. Hier existiert nur ein kleiner Teil des Geldes tatsächlich physisch. Ein großer Teil ist nur Buchgeld. Was sind hier die Vor- und Nachteile?

Die Schwächen vom Euro und anderen Währungen

Es gibt einige Menschen, die das als große Schwäche des Euros ansehen. Und es gibt auch durchaus einige Argumente, die für eine Währung sprechen, bei der das verfügbare Geld auch tatsächlich physisch zur Verfügung steht. Auf der anderen Seite gibt es auch einige Argumente, die dafür sprechen, einen großen Teil nicht als physisches Geld auszugeben, sondern nur als Buchgeld zu haben. Dieser Artikel soll einen Überblick über die Vor- und Nachteile von physischen Währungen in formieren.

In der großen Finanzkrise wurde immer wieder befürchtet, dass einigen Banken das Bargeld ausgeht. So gab es in Griechenland im Jahr 2015 eine Grenze von 60 Euro, die ein Bürger am Geldautomaten abheben kann. Zwar war das glücklicherweise nur vorübergehend. Doch es zeigt eine große Schwäche des aktuellen Systems. Wenn viele Menschen ihr gespartes Geld oder ihr Gehalt abheben möchten, dann kann das durchaus zu Engpässen führen. Das kann dann auch durchaus dazu führen, dass das Vertrauen der Menschen sinkt.

Für viele Kritiker ist das ein wichtiges Argument gegen den hohen Anteil an Buchgeld in unserem Wirtschaftssystem.

Gold als Alternative im Währungsmarkt?

Wenn viele Menschen ihr Vertrauen in eine große Währung wie den Euro verlieren, dann führt das zu einer Suche nach Alternativen. Wenn es eine Finanzkrise gibt und eine hohe Inflation möglich ist, entscheiden sich viele Menschen für den Kauf von Gold.

In diesem Jahr erreichte der Goldpreis ein neues Rekordhoch. Der Anbieter Karatbars hat erklärt, warum es dazu kommen konnte. Es liegt vor allem daran, dass Gold gerade in Krisenzeiten eine sehr gute Performance aufweist. In vergangenen Krisenzeiten war Gold stets ein sicherer Hafen für Anleger und schützte das Vermögen vor zu großen Risiken.

Die aktuellen Unsicherheiten für Unternehmen sorgen dafür, dass immer mehr Anleger Gold für sich entdecken, um ihr Vermögen zu sichern und sich vor zu starken Verlusten an der Börse und der Inflation zu schützen.

Buchgeld gibt den Banken Flexibilität

Wenn in einem Geldsystem stets eine Sicherheit in Form von physischen Geld notwendig ist, dann schränkt das die Flexibilität von Banken enorm ein. Sie können Kredite nur noch in der Höhe vergeben, in der sie tatsächlich Geld zur Verfügung haben. Das kann natürlich ein Argument gegen das aktuelle System sein. Allerdings braucht ein Wirtschaftsraum auch stets ein gewisses Maß an Liquidität, um zu funktionieren.
Wenn der Euro also dahingehend umgestellt werden würde, dass es nur noch die Geldmenge gibt, die auch tatsächlich physisch vorhanden ist, würde das viele Herausforderungen mit sich bringen. Und viele Experten sind sowieso der Meinung, dass das aktuell gar nicht notwendig ist.
Denn nur ein kleiner Teil der Transaktionen wird überhaupt noch mit Bargeld abgewickelt. Gerade bei Geschäften zwischen Banken und Unternehmen gibt es natürlich gar keinen Grund, diese mit Bargeld abzuwickeln. Und das Vorhandensein von physischen Währungen bei den Banken würde primär dazu führen, dass die Liquiditätsplanung deutlich komplexer wird.

Physische Währungen kosten Geld

Wenn Banken deutlich mehr physisches Geld zur Verfügung haben müssen, dann verursacht das hohe Kosten. Denn Bargeldlogistik ist sehr aufwändig und in der Folge auch enorm teuer. Viele Unternehmen versuchen, einen Großteil ihrer Transaktionen ohne jegliches Bargeld abzuwickeln, um die damit verbundenen Kosten einzusparen. Das spricht natürlich gegen die Verwendung von physischen Währungen. Auch für die Verbraucher muss es kein Nachteil sein, wenn sie in Zukunft weniger Bargeld verwenden.
Allerdings gibt es auch sehr viele Menschen, die die Flexibilität und die Anonymität von Bargeld schätzen. Sie möchten nicht, dass ihr Vermögen auf einem Bankkonto liegt und durch geldpolitische Maßnahmen entwertet wird. Mit einem geringeren Anteil an Buchgeld wäre der Einfluss von geldpolitischen Maßnahmen geringer.

Wer profitiert von physischen Währungen?

Von physischen Währungen profitieren vor allem die Menschen, die ihr Geld zumindest permanent verfügbar haben wollen und geldpolitische Maßnahmen im Bezug auf Buchgeld ablehnen.

Für Banken wäre es ein großer Nachteil und auch Unternehmen müssten in Zukunft mit höheren Kosten rechnen, wenn der Anteil an Buchgeld in Zukunft reduziert wird.

Auch der Blick in andere Währungsräume zeigt, dass die Dominanz von physischen Währungen mehr und mehr bröckelt und ein Großteil des Geldes nur noch in Form von Buchgeld vorhanden ist. Wer das ablehnt, der muss sich also nach Alternativen umschauen. Ein gutes Beispiel dafür ist physisches Gold. Denn das ist tatsächlich nur in begrenzter Menge verfügbar und die Fördermenge ist begrenzt. Ein hoher Goldpreis würde zwar dazu führen, dass mehr Gold gefördert wird. Trotzdem wäre die Menge weiterhin endlich. In Zeiten von Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit profitieren vor allem die Anleger, die physische Währungen oder physisches Gold gekauft haben.

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